Wilhelmshaven - Wie groß ist die Lärmbelastung für Anwohner in der Weserstraße? Bei dieser Frage können die Meinungen kaum weiter auseinandergehen, wie sich in dieser Woche im Rat der Stadt zeigte. Dort ging es darum, ob der Bebauungsplan am Handelshafen so geändert wird, dass ein Durchbau der Havermonikenstraße zwischen Werftstraße und der Straße Am Handelshafen möglich wird. Dies ist seit über 20 Jahren geplant und soll die Weserstraße entlasten.
Die SPD hält das für notwendig. Ratsherr Detlef Schön verwies auf den Schwerlastverkehr, der die Anwohner in der Weserstraße stark belaste. Auch CDU und WIN@WBV schlossen sich dem an: „Die Wände vibrieren dort, da kann man nicht wegsehen, nur weil man keine Zahlen hat“, sagte etwa Stefan Becker (WIN@WBV).
Genau das war der Knackpunkt für die Gegner des Vorhabens, weil die Planungen und zu Grunde liegende Erhebungen zwei Jahrzehnte alt sind. Das kritisierten Grüne/GfW, Bunte sowie FDP/FW. „Ich habe größte Zweifel, dass die Zahlen noch gültig sind und noch größere, dass es die Straße braucht“, so Andreas Tönjes (Die Bunten). Seine Kollegin Helga Weinstock ergänzte: „Meine Tochter wohnt in der Weserstraße und arbeitet viel im Homeoffice und freut sich täglich über die Ruhe dort.“
Die Ratsmehrheit (SPD, CDU, WIN@WBV und AfD) stimmte am Ende für die Bebauungsplanänderung. Das könnte auch Klarheit in der Lärmfrage bringen, denn Stadtbaurat Nikša Marušić betonte, dass nun auch die Verkehrssituation insgesamt noch mal erhoben werde.
