WILHELMSHAVEN - Der Titel ist bereits Programm: 'Auch wenn wir gescheitert sind', ein Monolog des Bühnenautors und Performancekünstlers Tim Etchells, feiert als Zusatzinszenierung der Landesbühne am Mittwoch, 8. Mai, 20 Uhr, Premiere auf der Hinterbühne des Stadttheaters Wilhelmshaven. Diese Floskel wird gerne verwendet von Menschen, die ein Versagen mit möglichst geschickter Rhetorik als Erfolg darstellen wollen, und unwillkürlich taucht der Gedanke an eine Zeichnung des französischen Karikaturisten Honoré Daumier auf, auf der ein stattlicher Anwalt sich einem bitterlich weinenden Mütterchen gegenüber zu den Worten herablässt: 'Sie haben Ihren Prozess verloren, aber meine Rede wird Sie getröstet haben!' Anderthalb Jahrhunderte sind seitdem vergangen, doch diese Verkaufspraxis der vermeintlich guten Botschaft ist geblieben. Etchells konnte für sein Stück auf eine Fülle von Phrasen, zumeist aus politischen Reden, zurückgreifen und dank ihrer Anordnung sowohl den Redner als aber auch den willigen Zuhörer entlarven.
Sascha Bunge, Oberspielleiter der Landesbühne, hat 'Auch wenn wir gescheitert sind' mit dem Schauspieler Helmut Rühl inszeniert, der in dieser Spielzeit unter anderem in der Rolle des Vaters in 'The Who and the What' und des schweigsamen Dieners im 'Kirschgarten' zu sehen war. Sein Konto der gesprochenen Worte wird Rühl nun ausgleichen können, denn Etchells' Monolog sieht eine fast einstündige Redezeit vor.
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