WILHELMSHAVEN - Es ist ein Abend des Wortes, der Sprache, ein Abend des Grauens und auch einer dunklen Faszination, der man sich schwerlich entziehen kann: Am Samstagabend feierte das Doppelstück 'Caligula'/'Julius Caesar' Premiere im Stadttheater und lieferte dem Publikum über zwei Stunden - Pause nicht einberechnet - einen verstörenden Einblick in die Psychologie von Machtbesitz und Machtbesessenheit.

Sascha Bunge, Oberspielleiter der Landesbühne, hatte das Doppelstück konzipiert, konnte es aber krankheitsbedingt nicht selbst inszenieren. Die Regie übernahm Robert Teufel, der mit sicherem Gespür für den Stoff 'Julius Caesar' von Peter Verhelst und 'Caligula' von Albert Camus zusammenführte. Tatsächlich lieferte das halbstündige Drama 'Julius Caesar', anders als es der Titel vermuten ließ, den Auftakt - mit bedrohlichen Klängen und einer in violettes Licht getauchten Bühne. Mehrmaliges Vorhangöffnen und -schließen ließen bereits erahnen, dass die Aufführung für das Publikum kein leichter mentaler Spaziergang sein würde.

Mit Beginn des Spiels strahlt die Bühne in hellem Licht mit den ebenso minimalistischen wie auch den Raum beherrschenden Kulissen, die die Bühnen- und Kostümbildnerin Angelika Wedde geschaffen hat. Die weißen flächigen Wände lassen Raum für die Handlung und diese wiederum stellt die Sprache in den Mittelpunkt. Denn um sie geht es sowohl in Verhelsts 'Julius Caesar' als auch in Albert Camus' 'Caligula', das dem Zwiegespräch des Imperators (gespielt von Simon Ahlborn) mit seinem Ziehsohn Brutus (Johannes Simons) derart dicht auf den sprichwörtlichen Fersen folgt, als würde es sich um eine weitere Szene handeln.


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