Wilhelmshaven - Die Wege der Marine führen bekanntlich Männer und Frauen aus ganz Deutschland nach Wilhelmshaven – an den größten Bundeswehr- und Marinestandort. Etliche von ihnen wurden hier heimisch, heute aber pendeln die meisten Soldaten lieber zwischen Dienst- und Wohnort der Familie.
Der Wilhelmshavener Jens Uwe Ebert ist auch lange Zeit Pendler gewesen. „Zuletzt war ich – wie bereits zehn Jahre zuvor – Hörsaalleiter an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Hannover.“ Jetzt aber muss der 51-jährige Oberstabsbootsmann am Wochenende nicht mehr auf die Schiene oder die Autobahn. Denn seit März vergangenen Jahres leitet er das hiesige Familienzentrum (FBZ) der Bundeswehr mit Sitz im Marinestützpunkt.
Die Hauptaufgabe des FBZ mit seinen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern ist die Betreuung der Angehörigen von Soldaten im Einsatz. Sichtbar wird die Arbeit in „normalen“ Zeiten vor allem dann, wenn zum Auslaufen oder bei der Heimkehr der Schiffe aus dem Einsatz der blaue Serviceanhänger an der Kaje des Stützpunktes steht. Dort gibt es für die Angehörigen und Freunde der Besatzungen stets aufmunternde Worte sowie Getränke, heiße Würstchen und Süßes für die Kleinen.
„Mit einem tollen Team rund um die Uhr da sein für die Menschen, bei kleinen und großen Problefsfmen helfen – etwas Schöneres konnte ich mir zum Ende meiner Dienstzeit nicht vorstellen“, erzählt Ebert.
Interesse für die Marine war geweckt
Geboren wurde er 1970 im St.-Willehad-Hospital. „Aufgewachsen bin ich in der Weserstraße, unsere Familie wohnte damals in einer der schönen alten Offizierswohnungen. Die Sommer haben wir als Kinder und Jugendliche am Banter See verbracht.“ Die Grundschulzeit verbrachte Jens Uwe Ebert auf der Schule Ruseler Straße, seine OS war da, wo später das Junge Theater sein Zuhause hatte. „Anschließend ging es zur Friedrich-Ebert-Schule und später dann zur Handelsschule nach Heppens“, erinnert er sich.
Sein Berufsweg freilich führte ihn nicht direkt zur Marine. „Bei Müller an der Bismarckstraße habe ich zunächst eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann gemacht und anschließend eine Weile dort gearbeitet.“
Über einen guten Freund des Vaters erlebte er im „Schiff ahoi“ erste Kontakte zu Männern im blauen Tuch der Marine: es waren Besatzungsmitglieder der US Navy. „Das war spannend. Damals kam ich so an Bord der Flugzeugträger, die hier zu Besuch waren – mein Interesse für die Marine war geweckt!“
Im Personalmanagement an Land eingesetzt
Im April 1992 startete Ebert dann seine eigene Marinelaufbahn. Als Matrose der Verwendungsreihe 61 – Stabsdienst – machte er seine Grundausbildung in List auf Sylt. Da gab es gewiss schlechtere Standorte in der Bundeswehr ... Es folgte die Versetzung auf die seinerzeit neueste Fregatte der Marine, die „Lübeck“. „Heute blickt dieses Schiff als letzte seiner Klasse der Außerdienststellung entgegen.“ Es sollte seine einzige Zeit an Bord bleiben.
Denn Jens Uwe Ebert wurde fortan in all einen Verwendungen überwiegend im Personalmanagement an Land eingesetzt. „Daraus hat sich früh ein Leitspruch entwickelt: Egal, wo ich bin – der Mensch ist am wichtigsten.“ Das habe ihm auch geholfen, als er wegen zweier familiärer Schicksalsschläge gehörig den Boden unter den Füßen zu verlieren drohte.
Inzwischen lebt der 51-Jährige glücklich mit seiner Lebensgefährtin und Hündin im Pädagogenviertel. Er genießt es, wieder Zeit für alte Freund zu haben – und das MPUO-Korps. Der bekennende VW-Fan liebt die Autostadt in Wolfsburg, schätzt seine 2014er Vespa und seine Yamaha XRS 900. „Außerdem bin ich dabei, meine alten Legokästen nach und nach zu komplettieren. Wunderbar!“
