Wilhelmshaven - Natürlich wird der Upjeversche Forst auch in 100 Jahren noch da sein, sagt Carsten Streufert in der Försterei Upjever. Aber der Wald verändere sich, so der 59-jährige Förster. Längere Trockenperioden brächten Probleme für Flachwurzler wie die Fichte. Doch auch andere Schadensereignisse veränderten das Bild des Waldes langfristig, prophezeit der Fachmann.

Als der gebürtige Neumünsteraner auf Einladung seines Kollegen Jens Wolken im Jahr 1971 erstmals das Forsthaus in Upjever besuchte, sei dies Liebe auf den ersten Blick gewesen, erklärt Streufert. Er selbst mag lieber die Bezeichnung Förster statt Forstamtsmann, da letztgenannte ihn zu sehr an die zunehmende Schreibtischtätigkeit erinnere.

Die Försterei Upjever, die zum Forstamt Neuenburg gehört, wird ab dem Jahr 2012 vermutlich eine Ausdehnung von Esens bis Nordenham haben. Streufert ist dann so viel unterwegs, dass er, wie er sagt, das goldene Lenkrad verdiene. Zu Waldführungen käme er dann kaum noch.

Der Forstfachmann mit der Vorliebe für alte Bäume bedauert, dass es viel zu häufig nur Lippenbekenntnisse zum Wald gebe. Aber es gibt auch erfreuliche Momente. So habe ihn das außerordentlich große Bürgerengagement gefreut, das zusammen mit der politischen Intervention das Fällen von Bäumen für die Einflugschneise zum Fliegerhorst verhindert hat.

Die Liebe zum Wald, diesem einzigartigen Naturereignis, begann für Carsten Streufert im Hinzel bei Bremervörde. In diesem Nadelwaldgebiet lag die von seinem Vater geleitete Landmaschinenschule. Der wichtigste Nachbar war für den Jungen, der mit einer zehn Jahre älteren Schwester aufwuchs, Oberförster Opa Ludwigs. Er sei ein Förster wie aus dem Bilderbuch gewesen, der in einer Försterei voller Leben mit Praktikanten, Forstanwärtern, Hausmädchen und vielen Tieren wie Kaltblutpferden, Kühen und Jagdhunden mitten im Wald lebte.


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