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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Malerei: Wer hat noch einen Siehl-Freystett?

09.03.2021

Wilhelmshaven Der Erfolg mancher Menschen, die im Leben hart gekämpft haben, ein Genie oder künstlerisch aktiv waren, stellt sich nicht selten erst nach dem Tod ein. Ein wohl sehr berühmtes Beispiel ist der Maler Vincent van Gogh. Zu seinen Lebzeiten waren seine Werke nicht gefragt, sie stapelten sich und heute zählen sie zu den teuersten der Welt. Es gibt auch die andere Variante: Künstlerische Werke fristen ein trostloses Dasein – bis sich ein Liebhaber mit dem Maler und seinen Werken beschäftigt.

Erhalt des Gesamtwerks

Der deutsche Marine- und Landschaftsmaler Johann Georg Siehl-Freystett (16. Februar 1868 Freistett – 15. August 1919 Wilhelmshaven) hat in den großen Künstlerverzeichnissen keine Aufnahme gefunden. Von 1888 bis 1892 diente er als Freiwilliger bei der Kaiserlichen Marine in Wilhelmshaven und fand hier seine Wahlheimat. Siehl-Freystett eignete sich im Selbststudium verschiedene Maltechniken an und arbeitete ab 1906 als freischaffender Künstler. Trotz einiger Ausstellungen in Baden-Württemberg und in Wilhelmshaven ist der Künstler nur wenigen Menschen bekannt.

„Was mit dem ersten Bild begann, entwickelte sich schnell zu einem Projekt zum Erhalt des Gesamtwerkes Siehls“, berichtet Thomas Lemke, der vor drei Jahren zufällig auf einem Wilhelmshavener Flohmarkt eine Bleistiftzeichnung entdeckte und kaufte. „Ich war neugierig, ob es noch weitere Werke gibt und schaltete Zeitungsanzeigen.“ Den ersten Anzeigen in Wilhelmshaven folgten weitere in Oldenburg, dann in ganz Norddeutschland und in Siehls Geburtsstadt Freistett – ein Erfolg stellte sich ein. „Überwiegend ältere Menschen boten mir ihre Bilder zum Kauf oder als Geschenk an“, berichtet Thomas Lemke. Die Sammlung füllte sich mit Radierungen, Zeichnungen, Aquarelle, Ölgemälde und Fotos.

„Die Ölgemälde müssen häufig restauriert werden und auch den Zeichnungen und Radierungen sieht man das Alter an“, so der Unternehmer, der alle Bilder von einer erfahrenen Restauratorin in Ordnung bringen lässt. Wichtiger als das Geld sei vielen Menschen die Sorge gewesen, dass die Bilder von Siehl irgendwann achtlos vernichtet werden, weil ihre Kinder und Enkel kein Interesse an diesem Stil haben. „Es gibt quasi keine Käufer für diese Malerei.“

Stiftung geplant

Inzwischen hat Thomas Lemke über 300 Bilder gekauft, die er in eine noch zu gründende Stiftung einbringen möchte, um das Lebenswerk von Johann Georg Siehl-Freystett dauerhaft, unverkäuflich und für jedermann zugänglich in Wilhelmshaven zu erhalten. „Ich bin mir sicher, dass dieser interessante Künstler und besondere Mensch – er hat die Geschichte meiner Heimatstadt Wilhelmshaven maßgeblich künstlerisch mitgestaltet – es verdient hat.“

Reiz, das Projekt zu Ende zu bringen

Alle bisher gekauften Bilder hat Thomas Lemke von seinem privaten Vermögen bezahlt. Sogar aus der Nähe von London hat der Unternehmer Anfang Dezember auf einer Auktion ein Bild gekauft: „Die Entfernung spielt keine Rolle – es ist der Reiz, das Projekt zu Ende zu bringen.“


Alle Bilder zu sehen unter   www.siehl-freystett.de 
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