WILHELMSHAVEN - Ohne ein modernes, leistungsfähiges Dock im Wilhelmshavener Arsenalbetrieb müssen nicht nur das Marinearsenal und die Marine mit drastischen Einschränkungen leben. Auch hiesige Betriebe, die bislang als Subunternehmer von Instandsetzungen der Schiffe profitierten, müssen um künftige Aufträge bangen.
Diesen Eindruck nimmt die SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer nach ihren Gesprächen bei Turbo-Technik mit. Für sie ein unhaltbarer Zustand: „Hier muss schnellstmöglich ein eigenes Dock her. Wir können nicht auf das Know-how des Arsenals bei der Instandsetzung verzichten und Arbeitsplätze in der Region gefährden.“ Das alte „Dock 3“ ist lange schon kaputt, eine Sanierung nach Ansicht von Fachleuten unwirtschaftlich. Der Bund ringt um eine Entscheidung, ob alternativ ein neues Schwimmdock gekauft oder gar ein großes Trockendock alle Marineeinheiten aufnehmen soll.
Doch die Haushaltslage des Staates ist alles andere als rosig: So seien kurzfristig allein 500 Millionen Euro bei der Bundeswehr zu sparen, beklagt Karin Evers-Meyer. Martin Dassler, Geschäftsführer der Turbo-Technik Reparaturwerft, spricht bei Marineaufträgen von einer „sehr schwierigen Lage“. Er wünscht sich trotz knapper Instandsetzungsmittel eine bessere Planbarkeit. Viele Vorhaben würden kurzfristig verschoben – wenn sie überhaupt durchgeführt werden. Beeindruckt zeigte sich die Abgeordnete von der Vielseitigkeit des Familienunternehmens: Neben Reparaturen von Handels- und Marineschiffen setzt Turbo-Technik auf Industrie-Service und Anlagentechnik; außerdem seit Jahren auch auf Geothermie-Anlagen. Turbo-Technik investiert derzeit knapp zwei Millionen Euro und baut zurzeit eine neue Mehrzweckhalle, die im Juni fertig sein soll.
Vormittags hatte Karin Evers-Meyer das Kommando Marineführungssysteme im Stützpunkt besucht. Dessen Kommandeur, Kapitän zur See Günter Steinberg, informierte die Abgeordnete über aktuelle Entwicklungen im Bereich Infrastruktur und die Einsatzführungssysteme der Flotte. Nach dem Rundgang durch die Referenz- und Ausbildungsanlagen der verschiedenen Einsatzsysteme zeigte sich die Zetelerin von der Leistungsfähigkeit des Kommandos überzeugt.
