Wilhelmshaven - Die Fregatte „Hessen“ war die letzte deutsche Einheit, die bis Anfang dieses Jahres im NATO-Geschwader fuhr und in der vergangenen Woche gab die deutsche Marine wie bereits berichtet die Führung über die NATO Very High Readiness Joint Task Force Maritime (VJTF M) an Spanien ab. Nun ist es der Einsatzgruppenversorger „Bonn“, der seine Wilhelmshavener Marinebasis zu einem NATO-Einsatz in der „VJTF M“ verlassen hat. Gleich zu Beginn des neuen Jahres ist damit das Versorgungsschiff als nächstes deutsches Schiff Teil der „NATO Very High Readiness Joint Task Force Maritim“ geworden und mit diesem Verband an der sogenannten Nordflanke in Nord-, Ostsee und Nordatlantik im Einsatz.
Internationaler Verband
Der Kommandant der „Bonn“, Fregattenkapitän Eike Deußen und seine Mannschaft freuen sich sehr, nach langer Zeit wieder fest in einen internationalen Verband integriert zu sein, um der eigentlichen Hauptaufgabe des Einsatzgruppenversorgers, der Versorgung einer Einsatzgruppe, nachgehen zu können. Er sieht seine Frauen und Männer an Bord für alle Einsätze gut vorbereitet und auch das Schiff, der Berlin-Klasse, selbst in einem technisch einwandfreien Zustand. Den Verband sieht Fregattenkapitän Deußen unter ständiger Beobachtung der russischen Marine. Er betonte, dass dieser Verband Präsenz zeigt und gesehen werden will. Die „Bonn“ ist mit einer Besatzungsstärke von rund 175 Soldatinnen und Soldaten in den Einsatz im NATO-Verband gegangen und wird im April dieses Jahres in seinem Heimathafen zurückerwartet.
Multifunktionsschiff
Als Multifunktionsschiffe stellen die Einsatzgruppenversorger, kurz EGV, nicht nur die Versorgung anderer Einheiten mit Kraftstoff, Verpflegung, Material und Munition sicher, sondern stellen außerdem medizinische Spezialkapazität bereit sowie für Führungsaufgaben satellitenbasierte Kommunikationstechnik. Als Folge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sind die regionalen Verteidigungspläne entlang der Ostflanke der NATO aktiviert und weitere Kräfte verlegt worden. Sie dienen seitdem der Verstärkung osteuropäischer NATO-Länder und sollen somit einer gesteigerten Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit Rechnung tragen, teilte das „Presse- und Informationszentrum Marine“ (PIZ) mit.
