Wilhelmshaven - Lässig mit weißem Hemd, aufgekrempelten Ärmeln und schwarzer Jeans kommt Max Moor auf die Bühne des Stadttheaters. Die Sparkasse Wilhelmshaven und GEW hatten geladen, zu „einem Abend mit...“ – mit eben dem bekannten Moderator, Autor und Schauspieler Max Moor. Rund 300 Gäste folgten der Einladung und hatten ihren Spaß mit dem eloquenten Gast.
Moderatorin Katharina Guleikoff verspricht schon zur Begrüßung einen „wunderschönen Abend“. Sie habe Moor bei der Vorbereitung als äußerst charmanten und netten Mann kennengelernt. Als „Brandenburger mit schweizerischem Migrationshintergrund“ holt die selbst in Brandenburg geborene Moderatorin ihren „Landsmann“ nach vorn. Und der hält über zwei Stunden lang das, was Guleikoff versprochen hat.
Zum Auftakt gibt Moor einen kurzen Einblick in seinen Werdegang, vor allem auf seine Zeit als Schauspieler. „Die hat mich gerettet“, sagt er. Warum? „Ich wusste damals einfach nicht, was ich nach der Schule machen sollte.“ Dass Schauspielerei überhaupt ein Beruf sei, habe er als „Lausbub vom Land“ seinerzeit noch nicht einmal gewusst. „Beim Vorsprechen habe ich die Biografie eines Stuhls gespielt“, erinnert sich Moor. Schon nach wenigen Minuten habe es ein „Danke, das reicht“ aus dem Off gegeben. „Ich dachte, ich bin angenommen!“ Doch es war nur das Casting für eine Aufnahmeprüfung. Am Ende schaffte Moor beides.
Es folgt ein Exkurs in die schweizerische Sprache. Moor liest das Vorwort aus seinem aktuellen Buch „Als Max noch Dieter war“. Er erklärt, dass Schweizer gerne an jeden Satz das Wörtchen „oder“ hängen. „Das ist keine Frage, sondern eine Bestätigung der eigenen Aussage!“ Überhaupt sei das Schweizerische kompliziert und so unterschiedlich, dass sich die Bewohner der unterschiedlichen Kantone oftmals gar nicht verstehen könnten.
Moor erzählt aus seiner „fiktiven Biografie“, ein Begriff, den er erfunden hat. Er schöpfe zwar aus Erinnerungen seiner Kindheit in den 60ern, schmücke diese dann aber aus. „Ich habe nicht die Fantasie, mir alles auszudenken.“ Das Publikum lacht, wie so häufig an diesem Abend.
Gleichwohl gibt es ernste Momente, vor allem, wenn Moor von seiner Zeit als ökologisch ambitionierter Landwirt in Hirschfelde berichtet. Und von seinem gescheiterten Versuch, mit diesem Ansatz finanziell gut über die Runden zu kommen. „Landwirtschaft ist ein verdammt hartes Brot. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in 50 Jahren noch Bauernhöfe, wie wir sie heute kennen, geben wird.“
Katharina Guleikoff entlockt ihrem Gast viel Persönliches. Und der gibt fleißig Auskunft – entspannt, spontan, wortgewandt, oft mit ironischem Unterton, aber immer höchst unterhaltsam. Moors Einschätzung, dass nichts sein Leben verändern könne außer das Leben selbst, hält die Moderatorin für einen schönen Schlusssatz. Doch sie hat die Rechnung ohne das Publikum gemacht. Auf deren Bitten liest Moor eine weitere Sequenz aus seinem Buch, bei der er die Lacher auf seiner Seite hat. Danach ist wirklich Schluss. „Maximal schön“ sei es gewesen, findet Guleikoff. Der Applaus gibt ihr recht.
