Wilhelmshaven - Jever - Anlässlich des sich abzeichnenden Mangels der medizinischen Versorgung auf dem Land hatte Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers am Dienstagabend zu einer Podiumsdiskussion mit Fachleuten in den Graf-Anton-Günther-Saal des Rathauses eingeladen. Es gelte, das Problembewusstsein bei den zuständigen Stellen zu wecken und nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen.

Vor zahlreichen Zuhörern - insbesondere aus der Politik - begrüßte er dazu Dr. Andreas Klose, Facharzt in Jever, vor allem aber auch Vorsitzender der Bezirksstelle Wilhelmshaven der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Stefan Vieth aus Schortens beteiligte sich sowohl als Hausarzt wie auch als Kreisstellensprecher der KVN für den Landkreis Friesland.

Als Experten seitens der medizinischen Fakultät der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg kamen deren Dekan Professor Dr. Hans Gerd Nothwang sowie Professor Dr. Michael Freitag. Andreas Klose stellte die Gesamtsituation vor, nach der Jever auf der Grundlage des sogenannten und#132;Lahnstein-Kompromissesund#147; mit seinen fragwürdigen Budgetdeckelungen von 1992 eine Überversorgung an Hausärzten habe.

Allerdings sei ein Drittel dieser Ärzte über 60 Jahre alt und in fünf Jahren werde jede dritte Praxis auf der Suche nach einem Nachfolger sein. Bereits für 2030 nennen die Prognosen eine Unterversorgung von bis zu einem Viertel.