Wilhelmshaven - Durch die Möglichkeiten der Digitalisierung und die steigende Anzahl an Medien zeichnet sich seit einiger Zeit ein starker Wandel von analogen zu digitalen Medien ab. Dies ist auch in der Lehre an der Jade Hochschule deutlich zu erkennen.

Mit dem Wandel der Lehre beschäftigt sich auch Dr.-Ing. Lutz Engel, Professor für Produktions-, Qualitätsmanagement und Arbeitswissenschaften. Seit dem Sommersemester 2020 bietet er das Modul „Industrial Engineering“ für den Masterstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen am Campus Wilhelmshaven in digitaler Lehrform an. Aus seinen Vorlesungen weiß Engel, dass das alleinige Durcharbeiten der Studieninhalte mit Hilfe eines Skriptes nicht mehr zu einer erfolgversprechenden Wissensvermittlung führt.

Daher hat er den Ablauf des Moduls so konzipiert, dass die Studenten die Gestaltung, Planung, und Optimierung von industriellen Leistungsprozessen vor allem mit digitalen Werkzeugen kennenlernen können. Dabei setzen sie sich nachhaltig mit einzelnen Themenschwerpunkten auseinander und führen viele Tätigkeiten selbstständig aus. Durch die regelmäßige Präsentation und Diskussion von Teilergebnissen vor und mit der Gruppe wird ein zusätzlicher Lerneffekt erzielt.

„Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Modul sehr praxisnah ist und viele digitale Werkzeuge umfasst, die für Planungsaufgaben in den Unternehmen wertvoll und direkt nutzbar sind“, sagt Student Timo Cordes. Ein leitendes Prinzip des Lehrmoduls ist es, dass die Veranstaltung als Wettbewerb gesehen wird. Die Masterstudenten werden im Sommersemester 2021 eine Ausschreibung von einem (fiktiven) Kunden aus der Automobilbranche erhalten. In Zweierteams erarbeiten sie die industrielle Planung für den Prozess und die Herstellung eines Elektromotors.

Die Hauptaufgabe, das Konzept zu erarbeiten, wird in mehrere Teilaufgaben gegliedert. Im ersten Part wird der Montageprozess gestaltet, indem die Ergonomie und die Arbeitszeit verbessert wird. Die zweite Aufgabe ist das Einführen von Lean Management und das Üben des Führens von Mitarbeitern am Prozess. Im dritten Teil wird die gesamte Fabrik anhand eines Wertstroms gestaltet. Abschließend wir die Fabrik unter Anwendung von Industrie 4.0- Werkzeugen digitalisiert.


Während des Semesters werden die theoretischen Grundlagen neben der Online-Vorlesung auch mit Hilfe von Tutorien und Erklärvideos vermittelt. Zur Umsetzung werden unterschiedliche Softwarepakete zur Verfügung gestellt, damit die Aufgabe so realitätsnah wie möglich bearbeitet werden kann. Zudem kann die erstellte Fabrik mit einer VR-Brille virtuell begangen werden.

Zur Bewertung der Arbeit müssen die Absolventen eine schriftliche Ausarbeitung sowie Erklärvideos erstellen. In den Videos sollen sie unter anderem ihren Demonstrator sowie das jeweilige Konzept der industriellen Produktion präsentieren. „Das Team mit der besten Lösung für die Ausschreibung bekommt den fiktiven Auftrag und eine gute Note“, sagt Engel.