Wilhelmshaven - „Weser-Wunder – Liga 2 – doch der zwölfte Mann bleiben wir“ – Lieder über Fußball mit eingängigen Refrains, die in der Fan-Kurve mitgesungen werden können, sind immer ein Abstauber. Wenn dann auch noch fußballbegeisterte Freunde zusammen einen Song über ihren Lieblingsverein aufnehmen, dürfte es ein wahres Schützenfest werden.
Beste Voraussetzung also für den Song „Ein Leben lang grün-weiß“, den der Wilhelmshavener Musiker Ralf „Pete“ Lübke („Monkeeman“) mit Freunden unter dem Namen „Sportfreunde Osterdeich“ aufgenommen hat. Offizieller Anpfiff für die rockige Ode auf Werder Bremen samt Video ist am Samstag – pünktlich zum Nordderby gegen den HSV. Das Lied ist aber schon jetzt online bei allen Streaming-Diensten zu finden.
„Alles ist auf unseren Mist gewachsen“, sagt Lübke und ist schon ganz gespannt, wie der Club und vor allem die Fans auf den Song reagieren werden. Der Wilhelmshavener jedenfalls ließ sich nicht zweimal bitten, als Sänger „Casi“ Carsten Steenken sowie Bassist und Sänger Arndt Schweer von der Oldenburger Party-Band „Harum Scarum“ mit der Idee zum Werder-Song an seine Tonstudiotür klopften. Lübke übernahm Gitarre und Keyboards, das Schlagzeug spielte ein befreundeter Drummer ein. Um das Vorhaben finanzieren zu können, ging es auf Sponsorensuche. Musikerkollege Zoran „Zorro“ Grujovski, gebürtiger Wilhelmshavener und unter anderem Gitarrist in der Band von Udo Lindenberg, machte die Mannschaft komplett. Er kümmerte sich um den Mix und das Video, in dem sogar Club-Legende Ailton eine Rolle spielt. „Der ist total lustig und trägt sein Herz auf der Zunge“, sagt Lübke.
Gedreht wurde unter anderem in der Gaststätte „Südtiroler Hütte“ des Profifußballers Nelson Valdez, der zugleich als Dolmetscher eingespannt wurde. „Ailton spricht nicht so gut deutsch und hat nicht so recht verstanden, was wir eigentlich von ihm wollen“, sagt Lübke und lacht.
Drei Monate haben die Musiker für die Arbeit im Studio und am Video benötigt. Ein bierseliger Schnellschuss war der Song aber ganz und gar nicht. Sänger Casi Steenken hat schon seit Jahren die Idee für einen neuen Werder-Song im Kopf, summte und sang fleißig vor sich hin. Als dann seine vierjährige Tochter durch das Haus lief und den Song sang, war klar: Die Nummer hat das Zeug zum Ohrwurm.
Davon ist der Wilhelmshavener Musikproduzent Lübke ebenfalls überzeugt: „Das Lied soll Titel-Song für Werder Bremens Neustart werden“, wünscht er sich. Und er soll die Fans in schweren Zeiten einmal mehr zusammenschweißen. Nach dem Motto: Leidenschaft kennt keine Liga. Lübke ist selbst großer Fan, besitzt seit den Siebzigerjahren eine Dauerkarte für das Stadion am Osterdeich. Das verbindet die Mitstreiter in der Band. Jetzt soll ihr Werder-Song im Stadion erklingen – am besten zum Einlauf der Mannschaft in das Weserstadion. Fehlt nur noch ein Live-Auftritt. „Da sind wir schon dran“, sagt Lübke.
