Wilhelmshaven - Auf dem Weg in eine nachhaltige Mobilität der Zukunft werden wir uns von lieben Gewohnheiten verabschieden müssen.
„Im Jahr 2030“, so die Prognose von Dr. Mario Herger vor einigen Jahren bei einem Vortrag in Wilhelmshaven, „werden die große Mehrheit der Fahrzeuge weltweit Robotaxis sein. Autonom fahrende E-Mobile, die die Menschen auf Anforderung sicher von A nach B bringen. Selbstständiges Autofahren wird auf öffentlichen Straßen verboten sein.“
Experte Herger lebt im US-amerikanischen Silicon Valley und ist bei allen großen Automobilherstellern als Berater gefragt.
Schon jetzt ist wohl den meisten Autobesitzern klar, dass auch in Deutschland nicht jeder Fahrer eines Verbrenner-Autos auf ein E-Auto umsteigen könnte – auch wenn er es sich finanziell leisten könnte. Selbst wenn es genug Batterien gebe: Es scheiterte in den Städten an genug Standorten und einer wirtschaftlich vertretbaren Stromversorgung all der erforderlichen Ladestationen.
Eine erste Lösung wäre wohl der Verzicht auf den automobilen Individualverkehr und der Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Wer dann gelegentlich ein Auto benötigt, könnte ja ein Carsharing-Angebot nutzen. Gibt es in Wilhelmshaven denn wenigstens Angebote, in diesen Fällen auf E-Mobilität zu setzen?
„E-Busse gibt es derzeit keine in Wilhelmshaven“, sagt Stadt-Sprecherin Julia Muth. Die Stadtwerke-Verkehrsgesellschaft werde jedoch in diesem Jahr eine Studie beauftragen, die ergebnisoffen den Einsatz von Bussen mit alternativen Antrieben (Elektro, Hybrid, Wasserstoff) in Wilhelmshaven betrachten soll. „Auf Grundlage diese Studie soll dann im intensiven Dialog mit der Politik entschieden werden, welcher Weg in den kommenden Jahren eingeschlagen werden soll.“ Fest steht, so Muth: Die Anforderungen an die Ladeinfrastruktur für die Öffentlichkeit und die Verkehrsbetriebe hinsichtlich Ladeleistung, Zugänglichkeit, Standort und so weiter unterscheiden sich deutlich voneinander.
Der Bremer Carsharing-Anbieter cambio bietet seit Sommer 2019 in Wilhelmshaven Autos an mehreren Stationen an. Über die Entwicklung des Angebots an der Jade sprachen wir mit Jutta Kirsch, Leitung Unternehmenskommunikation, Marketing, Vertrieb.
