Wilhelmshaven - Das Bauordnungsamt ist offensichtlich unterbesetzt. Auf Nachfrage von Detlef Schön (SPD) im Ausschuss für Planen und Bauen des Rates räumte Fachbereichsleiter Georg Brunken ein, dass man bei der Genehmigung von Wohnbauvorhaben im Verzug sei.
Das habe mehrere Gründe. Einerseits habe die Baukonjunktur angezogen, andererseits würden die eingereichten Planungsunterlagen immer häufiger nicht den Anforderungen entsprechen. Bei den gewerblichen Bauanträgen allerdings liege man gut im Rennen, versicherte Brunken.
Als Schön nachhakte, wie viele Stellen denn wohl gebraucht würden, grätschte Kämmerer Thomas Bruns in die Diskussion. Diese Antwort ergebe sich aus dem Stellenplan, beschied er dem Fragesteller, um Brunken aus der Verlegenheit zu helfen, dazu unabgestimmt Auskunft zu geben.
Dr. Christian Hofbauer, Abteilungsleiter Stadterneuerung, stellte eine Skizze für den Umbau der Gökerstraße zwischen Mühlenweg und Bismarckplatz vor. Die Straße soll auf zwei Spuren zurückgebaut, teilweise verschwenkt und mit mehr Straßengrün versehen werden, um die Aufenthaltsqualität als standortnahes Versorgungszentrum für die Heppenser und Tonndeicher zu verbessern.
Den Eigentümern einstöckiger Flachgebäude sollen Anreize geboten werden, ihre Häuser aufzustocken, um wieder ein geschlossenes Fassadenbild in der Straße hinzubekommen und den Eindruck des Nachkriegsprovisoriums zu beseitigen.
Der Gökerstraßen-Umbau ist wichtiger Bestandteil des Sanierungsprogramms für Tonndeich und dürfte mit erheblichen Zuschüssen von Bund und Land mitfinanziert werden.
Die Bürger sollen in die Planungen einbezogen werden, und zwar auch online. Dafür soll eine Internetplattform aufgebaut werden, die später auch für andere Bürgerbeteiligungsverfahren genutzt werden kann. Der Aufbau der Plattform wird mit 50 000 Euro aus Sanierungsmitteln gefördert.
Der Bebauungsplan im Bereich der Freiligrathstraße muss geändert werden, damit ein Bauherr die ehemalige Neuapostolische Kirche für Wohnzwecke nutzen kann. Dem vom Fachbereichsleiter Frank Amerkamp vorgetragenen Vorschlag stimmte der Ausschuss zu.
Die Müllerstraße ist jetzt zur einen Hälfte saniert. In gleicher Weise soll der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden, teilte Amerkamp mit. Kennzeichnend werden die Baumtore an den Enden sein, wo Pflanzbeete die Straße verengen. Die vorhandenen Bäume sollen geschützt werden.
Auf den Vorschlag Helga Weinstocks (Basu), dass die Stadt auf ihren Gebäuden Solaranlagen installieren lassen solle, entgegnete Baudezernent Nikša Marušić, dass der Klimaschutzmanager der Stadt bereits den Auftrag habe, Planungen zu erstellen.
Auch Ratsherr Andreas Tönjes rannte eine offene Tür ein. Er forderte, dass die Stadt, wenn sie Boden versiegele, andernorts Flächen entsiegeln solle. Marušić,: „Das ist schon gültiger Ratsbeschluss.“ Was davon umgesetzt ist, wusste Marušić, spontan befragt, allerdings nicht.
