Wilhelmshaven - Terry liegt unter dem Küchentisch. Seelenruhig, als wäre nichts passiert. Könnten Hunde sprechen, hätte der Mischling aus Italien so einiges zu erzählen.

Fast zwei Monate lang war der Vierbeiner in Rüstersiel auf der Flucht und streunte durch das Wäldchen an der Vogelwarte Helgoland. Ihren Besitzern Anke und Rainer Kleinert bescherte die Hündin schlaflose Nächte. Etliche Einfangversuche schlugen fehl. Letzte Hoffnung: Ein Tierschützer aus dem Westerwald, der sich gewerblich auf den Fang entlaufener Haustiere spezialisiert hat. Der hat schon einen Hund nach Hause gebracht, der 18 Monate vermisst worden war, sagt Anke Kleinert. Der Hundefänger installierte in einem kleinen Bunker im Wäldchen eine Tür, die durch eine an Autobatterien angeschlossene Lichtschranke ausgelöst wird. Kleinerts hatten dort bereits eine feste Futterstelle eingerichtet, die der Hund auch annahm. Einfangen ließ sich das scheue Tier aber nicht.

Zuvor hatte es das Rüstersieler Paar mit einer Lebendfalle im Bunker versucht, geordert über die Tierhilfe Rotenburg-Wümme. Es vergingen weitere zwei Wochen. Terry roch Lunte. Rainer und Anke Kleinert legten sich nächtelang auf die Lauer, mehrere Meter von der Falle entfernt. Wie Detektive, die einen Verdächtigen observieren. Schichtarbeit. Hilfe bekamen sie von zwei Frauen der Tierhilfe. Wir mussten ja hören, wenn die Klappe der Falle zufällt, erklärt Anke Kleinert. Ohne Erfolg.

Jetzt war der Bunker selbst die Falle. Am vergangenen Freitag dann das Happy End. Die Methode des Hundefängers aus dem Westerwald hat funktioniert. Gleich in der ersten Nacht, sagt die 57-jährige Hundehalterin erleichtert. Unterstützung für die Aktion kam von der Tierhilfe Italien.

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Stephan Giesers
Stephan Giesers Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung