Wilhelmshaven - Seefahrer sind an Bord moderner Handelsschiffe für lange Zeit sozial isoliert und weit weg von ihren Familien. Internationale Untersuchungen zeigen, dass die psychische Belastungsgrenze zum Beispiel bei vielen der asiatischen Seeleute erreicht ist. Die Männer sind in der Regel neun Monate auf See, bevor sie für zwei Monate zu ihren Familien zurückkehren, sagen Günter Behrens und Uli Ulrichs, beide ehrenamtliche Schiffsbesucher der Seemannsmission.

Jeder Hafenaufenthalt werde deshalb für die Kontaktaufnahme mit den Familien genutzt. Es ist für die Seeleute unglaublich wichtig, mit ihren Frauen und Kindern skypen zu können (Video-Telefonie über das Internet, Anm. d. Red.) oder die neuesten Fotos auf dem Smartphone zu empfangen.

Drahtlos ins Internet kommen Seeleute in der Seemannsmission an der Hegelstraße. Abends in ihrer Freizeit müssen sie jedoch an die Zeitverschiebung mit ihrer Heimat in Südostasien denken, so Ulrichs. Deshalb kaufen die Seeleute meist lieber Prepaid-Telefonkarten fürs Smartphone von den Schiffsbesuchern an Bord. Die Nachfrage sei stets groß. Zur Aktivierung der Karte langten bislang Name und Geburtsdatum des Seemanns.

Michael Halama
Michael Halama Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung