Wilhelmshaven - Rund 570 Kinder werden nach den Sommerferien von der Grundschule in die fünften Klassen wechseln. Das Schulamt der Stadt geht davon aus, dass etwa 150 Kinder an den Oberschulen angemeldet werden.

Die Frist für diese Anmeldung begann am Montag. Und aus diesem Grund hatte die Verwaltung auch kurzfristig zu einer Sitzung des Schulausschusses eingeladen. Auf der Tagesordnung stand lediglich ein Punkt: Begrenzung der Zügigkeit an den Oberschulen der Stadt für das Schuljahr 2021/2022. Eine solche Begrenzung ist laut dem niedersächsischen Schulgesetz eigentlich nicht zulässig. Da die Stadt jedoch mehr als eine Oberschule vorhalte, gilt dieser Paragraf laut Beschlussvorlage nicht.

Es besteht für das kommende Schuljahr die Sorge, dass die Eltern der künftigen Oberschüler aus dem Stadtnorden ihre Kinder lieber an der Oberschule Stadtmitte oder an der neuen Oberschule, die im Gebäude der ehemaligen Freiherr-vom-Stein-Schule an den Start geht, anmelden werden. An der Marion-Dönhoff-Schule in Fedderwardergroden hatte es im März bekanntlich einen Großbrand gegeben. In den kommenden Jahren wird zumindest der vom Brand betroffene Teil der Schule eine Großbaustelle sein.

Schulleiter Christian Stöver betonte gestern jedoch, dass die Fünftklässler in das bestehende Gebäude der Schule einziehen werden. Es hat einen seperaten Schulhof und ist somit von den Bauarbeiten nicht betroffen.

Der Ausschuss stimmte der Beschlussvorlage am Ende mit einer Gegenstimme vom Schulelternrat und einer Enthaltung der FDP zu. Die Marion-Dönhoff-Schule wird demnach ebenso wie die Oberschule Stadtmitte dreizügig und die neue Oberschule zweizügig arbeiten.


Sollten an einer der Schulen zu viele Kinder angemeldet werden, greift nun ein noch zu erarbeitendes Auswahlverfahren, dessen Ausgestaltung allein in der Hand der Schulen liegt. Die drei anwesenden Vertreter der Schulen sicherten zu, sich in dieser Frage eng abzustimmen. Am ersten Anmeldetag lagen die Zahlen übrigens in allen drei Schulen zwischen 15 und 20 Kindern.

Ohne eine Begrenzung der Zügigkeit könnte die Situation vor allem in der Oberschule Stadtmitte schwierig werden, erklärte Stadtrat Armin Schönfelder. Schon jetzt gebe es dort ein massives Platzproblem. Und die Schüler, die derzeit noch am Standort Paul-Hug-Straße unterrichtet werden, müssen im nächsten Schuljahr auch an die tom-Brok-Straße wechseln.

Martin Burkhart, Vorsitzender des Stadtelternrates, konnte kein Kapazitätsproblem erkennen, da alle Schulen grundsätzlich für einen Zug mehr ausgelegt seien. Sollte die Situation so dramatisch sein, wie von Schönfelder beschrieben, müsse die Möglichkeit der Vierzügigkeit an der OBS Stadtmitte generell auf drei Züge zurückgeschraubt werden.