Wilhelmshaven/Oldenburg - Insgesamt haben 684 niedersächsische Schülerinnen und Schüler im Alter von 9 bis 14 Jahren im Alltag ganz genau hingeschaut und spannende Forschungsthemen entdeckt. Die Sieger des Wettbewerbs wurden im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters aufgezeichnet.

Johanna Barkam (14) und Antonia Lücke (13) aus Wilhelmshaven haben den 2. Platz im Fachbereich Mathematik belegt. Sie widmeten sich den Rechentricks der alten Inder: Vor knapp zwei Jahren erzählte uns unser Mathelehrer von der vedischen Multiplikation, da wir im Rahmen der Begabtenförderung unserer Schule nach einer Projektidee suchten. Wir merkten schnell, dass die altindischen Tricks verblüffend einfach sind und außerdem sehr schnell gehen. Wir hatten Feuer gefangen und beschlossen, daraus ein Jugend-forscht-Projekt zu machen, indem wir diese Methoden zum Multiplizieren in einigen Klassen unserer Schule unterrichteten.

Die Schüler verbesserten sich, aber nicht so sehr, wie wir erwartet hatten. Daraus schlussfolgerten wir, dass die Schüler mehr Übung benötigen, und beschlossen, aus diesem Grunde ein Trainingsprogramm für die vedische Multiplikation zu schreiben. Dieses prüften wir mit Hilfe eines Tests, den wir die Schüler sowohl vor und nach der Unterrichtseinheit als auch nach dem Programmeinsatz schreiben ließen. Das Ergebnis war eindeutig: Mit den altindischen Methoden konnten die Schüler besser multiplizieren.

Tobias Herzog (11), Mika Enxing (12) und Piotr Stanczyk (12) forschten im Bereich Arbeitswelt und belegten den 3. Platz. Ihr Thema (Ist das Konzentrationsvermögen von der Tageszeit abhängig?) beschreiben die drei so: Uns fällt es schwer, Klassenarbeiten in der 5. und 6. Stunde zu schreiben. Dadurch sind wir auf die Idee gekommen, in einem Projekt zu testen, ob sich die Schüler früher oder später besser konzentrieren können.

Dazu haben wir drei verschiedene Programme entwickelt, die Konzentration, Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen erfordern. Diese haben wir mit der Programmierumgebung Delphi erstellt.


Mit diesen Programmen testeten wir mehrere Klassen zu verschiedenen Zeiten (bis 9.30 Uhr, zwischen 10 und 11.20 Uhr und nach 12 Uhr. Durch Auswertung der Testergebnisse versuchen wir folgende Fragestellungen zu beantworten: Ist man morgens konzentrierter oder noch müde? Lässt die Konzentration nachmittags nach? Hängt die Konzentrationsfähigkeit auch von der Altersstufe ab? Hängt das Testergebnis von der Anzahl der nachts geschlafenen Stunden ab?

Lutz Rector
Lutz Rector Stellv. Redaktionsleitung, Wilhelmshavener Zeitung