Wilhelmshaven/Oldenburg - „Es kann doch nicht angehen, dass die Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven bald endlich für sehr viel Geld elektrifiziert ist und unsere Züge dann möglicherweise von einer maroden Brücke in Oldenburg gestoppt werden!“ John H. Niemann (74), Präsident der Wilhelmshavener-Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV), kämpft deshalb mit seinen Vorstandskollegen für eine baldige Lösung.
Ist die in die Jahre gekommene Oldenburger Eisenbahnbrücke über die Hunte tatsächlich ein Nadelöhr für die zunehmenden Bahnverkehre aus Wilhelmshaven? Jüngste Meldungen über Störungen mit weiträumigen Umleitungen lassen Schlimmes vermuten. Denn die Probleme mit der 1954 in Betrieb genommenen Klappbrücke sind für die WHV nichts Neues.Bis zu 87 Güterzüge
„Wegen technischer Schwierigkeiten beim Öffnen und Schließen der Brückenflügel war ja bereits der Antrieb im Jahr 2002 von Elektro- auf Hydraulikbetrieb umgerüstet worden. Trotzdem kommt es immer wieder zu Störungen“, berichtet Günter Reiche. Der heute 89-Jährige ist der anerkannte Bahnexperte der WHV. „Laut Planfeststellung können pro Tag allein bis zu 87 Güterzüge von und nach Wilhelmshaven die Brücke passieren. Dazu kommen sonstige Güterzüge aus dem Raum Friesland sowie die gesamte Zahl von Personenzügen zwischen Bremen, Osnabrück, Oldenburg und Wilhelmshaven.“Feste Brücke als Ziel
Der WHV-Vorstand macht sich gegenüber der Deutschen Bahn und Behörden stark für einen Brückenneubau über die Hunte. In einem Memorandum, dass den Verantwortlichen jetzt zugehen soll, hat der WHV-Vorstand Fakten und Vorschläge zusammengestellt.
John H. Niemann und Günter Reiche wollen dieses Nadelöhr unbedingt durch einen weniger störanfälligen Neubau ersetzt wissen. „Eine feste Brücke mit einer Durchfahrtshöhe von 5,25 Metern wäre als Neubau realisierbar, wenn die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung die Brücke zum Endpunkt der Seewasserstraße Hunte machte.“ Binnenschiffe könnten weiterhin problemlos passieren.
