Wilhelmshaven - Die Entscheidung über die Zukunft der Peine GmbH naht. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Waculik (Jever) gestern auf Anfrage der WZ sagte, gibt es derzeit noch keine Entscheidung über einen möglichen Verkauf des Wilhelmshavener Unternehmens. „Es laufen noch einige Gespräche mit Interessenten.“

Bestenfalls sollten diese Gespräche bis zum Monatsende abgeschlossen sein. Ende März läuft die Zahlung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiter aus. Waculik muss zum 1. April den Antrag auf die Eröffnung des ordentlichen Insolvenzverfahrens stellen.

Dieser Verfahrensschritt könnte durch einen Verkauf des Unternehmens gegebenenfalls abgewendet werden. Wie viele der rund 50 betroffenen Arbeitsplätze ein Investor retten würde, steht auf einem anderen Blatt.

Unterdessen ist im Barutti-Fabrikverkauf in der Ebertstraße der Räumungsverkauf angelaufen. Unter Corona-Bedingungen, also nach Terminvereinbarung, verkauft die Peine GmbH ihre Männer-Oberbekleidungs-Artikel ab. Dass ein Investor den Verkaufsstandort erhalten wird, gilt als „äußerst unwahrscheinlich“, so Waculik.

Die Peine GmbH, die außer dem Namen nichts mehr mit der traditionsreichen Peine-Gruppe (bis 2010) zu tun hat, ist seit Januar in Zahlungsschwierigkeiten. Das Unternehmen vertreibt in China produzierte Herren-Oberbekleidung der Marken Masterhand und Barutti an über 200 Shops und Modehäuser in Deutschland sowie im Ausland. Hauptgesellschafter ist die chinesische Unternehmensgruppe Shandong Ruyi Technology, die ihr Engagement an der Jade als Einstieg in den europäischen Modemarkt sah. Auslöser für die Insolvenz dürfte der Einbruch im Textilgeschäft durch die Corona-Pandemie gewesen sein. Die Wurzeln für strukturelle Probleme liegen aber möglicherweise tiefer.