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Mehrwegpflicht Pfandbecher sollentonnenweise Müll sparen

Wilhelmshaven - Mit dem neuen Jahr kommen neue gesetzliche Regelungen und damit auch die bundesweite Mehrwegpflicht. Unter anderem Restaurants, Bistros, Cafés und Supermärkte müssen Verbrauchern für ihr „Take Away-Essen oder -Getränk eine Mehrwegverpackung nun zumindest anbieten (siehe Infokasten).

Das Feedback der Wilhelmshavener Unternehmen ist bislang durchweg positiv. So musste die McDonald’s-Filiale An der Junkerei bereits neue Mehrwegverpackungen nachordern. Innerhalb kürzester Zeit waren alle Mehrwegbecher vergriffen. „Ob wir die Nachfrage zu gering eingeschätzt haben oder unsere Gäste alle gern McDonald’s-Merchandise zu Hause haben möchten, kann ich aber nicht einschätzen“, berichtet Marco Vos von der Firma Eckstein, zu der die Filiale gehört.

Das Studentenwerk Oldenburg, das auch die Mensa an der hiesigen Jade Hochschule betreibt, setzt bereits seit einigen Jahren auf das Konzept des Mehrwegbechers. Während der Pandemie folgte dann auch die Umstellung auf Mehrwegschüsseln. Mehr als 20 000 der „Mehrwegbowls“ ersetzten dort jährlich die Einwegschüsseln. Hinzu kommen die Mehrwegbecher.

Die neue Regelung soll dazu beitragen, dass die 770 Tonnen Verpackungsmüll, die laut Verbraucherzentrale jeden Tag in Deutschland durch Einweg-Verpackungen für Speisen und Getränke entstehen, verringert werden. Auch ein komplettes Verbot von Einwegverpackungen stand zur Debatte. Dem stehe laut Bundesumweltministerium aber geltendes EU-Recht entgegen .

Aber wie setzen Wilhelmshavener Unternehmen die neue Regelung um? Die WZ hat nachgefragt:

McDonald’s

Die Fast Food-Kette McDonald’s setzt auf ein eigenes Pfandsystem, teilt die Pressesprecherin des Unternehmens mit. „Dabei konzentrieren wir uns vorerst auf unsere Heiß- und Kaltgetränke sowie die Eissorten.“ Die Papierboxen für Burger seien nicht kunststoffbeschichtet und fielen daher nicht unter die Pflicht. Der Gast könne nun für 2  Euro Pfand pro Verpackung die Mehrwegvariante erhalten, die er in allen deutschen McDonald’s-Filialen zurückgeben könne.


Die Mehrwegbecher werden überraschend gut angenommen, erzählt Marco Vos von der Firma Eckstein, zu der die Filiale gehört. Die Filiale war innerhalb kurzer Zeit „ausverkauft“ und die Mitarbeiter mussten auf Einweg zurückgreifen. Für Nachschub wurde inzwischen aber gesorgt.

Kochlöffel

„Abfall- und Verpackungsreduktion sind Teil unserer Nachhaltigkeitsmaßnahmen für 2023, weswegen die Gesetzesänderung keine Überraschung für uns war“, teilt Marion Thyen, Marketingleiterin bei Kochlöffel, mit. In allen Kochlöffel-Restaurants könne der Gast nun gegen Pfand Getränke in einem Mehrwegbecher im Kochlöffel-Design bestellen. Dieser befinde sich aktuell allerdings noch in der Auslieferung.

Bäckerei Siemens

Die Bäckerei Siemens sei von der Änderung nicht sehr stark betroffen, erzählt Inhaber Frank Siemens. Lediglich ein Mehrwegbecher musste eingeführt werden. Zwar sei die Suche nach dem richtigen Anbieter schwierig gewesen, doch die beste Lösung sei gefunden: ein neutraler Mehrwegbecher, 1 Euro Pfand, 50 Cent für den Deckel.

Dennoch können Kunden auch immer ihren eigenen To Go-Becher auffüllen lassen. Und ganz neu ist es für Siemens-Kunden auch nicht. „Schon vor Jahren hatten wir mal einen Mehrweg-Kaufbecher angeboten – der wird heute noch von manchen Kunden genutzt.“

Hochschul-Mensa

Schon seit 2019 bietet die Mensa der Jade Hochschule Wilhelmshaven Mehrwegbecher im Pfandsystem an. „Im April 2021, zu einer Zeit, als unsere Mensen im Take-Away-Betrieb geöffnet waren und ausschließlich Essen zum Mitnehmen verkauften, führten wir die Mehrwegschalen Rebowl ein“, so Pressesprecherin des Studentenwerks Franziska Puczich.

Mehr als 20 000 Einwegverpackungen sparten die Mensen des Studentenwerks nur durch die Bowls jährlich. Insgesamt ziehe Puczich eine positive Bilanz: „Durch unser Angebot der Mehrwegbecher und -schalen konnten wir bislang eine Menge Verpackungsmüll einsparen und freuen uns gleichzeitig darüber, dass unser Angebot zunehmend mehr Unterstützer unter den Studierenden findet.“

Marktkauf

Marktkauf in Fedderwardergroden bietet seinen Kunden seit Jahresbeginn das hauseigene Mehrwegsystem „regood“ an, teilt die Unternehmenssprecherin, die namentlich nicht genannt werden möchte, mit. „Der Kunde erwirbt das Mehrwegbehältnis zum Pfandwert und gibt es nach dem Gebrauch im Markt zurück. Dort werden sie unter strengen Hygienevorgaben gereinigt und wieder an die Kunden ausgegeben.“

Alina Zacher
Alina Zacher Volontärin, Wilhelmshavener Zeitung
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