Wilhelmshaven - Er war gerade als Polizist vereidigt worden und erlebte nur wenige Stunden später etwas Fürchterliches. An der Dobbenwiese in Oldenburg zog ein junger Mann dem jungen Polizeianwärter unvermittelt ein Cuttermesser durchs Gesicht. Bei dem Täter soll es sich um einen 21-Jährigen aus Wilhelmshaven handeln. Seit Donnerstag muss sich dieser wegen schwerer Körperverletzung vor dem Oldenburger Landgericht verantworten.

Der Angeklagte wollte sich am Donnerstag an die äußerst brutale Tat nicht erinnern. Der 21-Jährige verbüßt zurzeit eine Jugend-Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren – ebenfalls wegen Gewalttaten. Nach den zweieinhalb Jahren würde die mögliche Strafe für die Cuttermesser-Attacke folgen.

Gestern wurde zunächst der junge Polizeianwärter als Zeuge gehört. Man habe nach der Vereidigung in Oldenburg noch ein bisschen feiern wollen. Zusammen mit Kollegen (alle in zivil) habe man dazu die Dobbenwiese aufgesucht. Ein junger Mann habe nach Zigarettenpapier gefragt. Sie würden allesamt nicht rauchen und hätten ihm nicht helfen können. Der junge Mann habe aber nicht locker gelassen und sei immer näher gekommen. Kollegen hätten ihn dann auf den Abstand einer Armlänge gehalten. „Dann habe ich etwas klicken gehört“, sagte der Zeuge und brach in Tränen aus. Der Angreifer soll das Cuttermesser hinter seinem Rücken verborgen und es dann blitzschnell durch das Gesicht des Opfers gezogen haben. Der Zeuge musste sich gestern angesichts der Schilderung des traumatischen Erlebnisses zunächst beruhigen, sagte dann, sein Gesicht sei voller Blut gewesen. Die Wunde wurde im Krankenhaus genäht, dennoch trägt er eine fünf Zentimeter lange Narbe davon. Noch gestern stand das Opfer unter Schock. Ob er den Beruf eines Polizisten ausüben kann, bleibt abzuwarten.