WILHELMSHAVEN - Der Jade-Weser-Port könne Anfang August pünktlich in Betrieb gehen – die jüngst aufgetretenen Spundwandschäden seien bedauerlich, bei Hafenbauprojekten dieser Dimension aber nicht ungewöhnlich: Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Jade-Weser-Port unter Federführung der Bunte- Bauunternehmung (Papenburg) mit Blick auf die Diskussion um neuerliche Löcher in der Kajenwand mit. 'Die Statik, Tragfähigkeit und Standfestigkeit der 1725 Meter langen Kaje ist dadurch in keiner Weise gefährdet oder eingeschränkt', so Bunte-Geschäftsführer Manfred Wendt. Die Kritik an der technischen Ausführung der Rammarbeiten wies er zurück. Diese seien nach dem neuesten Stand der Technik und mit höchsten Genauigkeiten erfolgt.
Derzeit untersuche ein von der Versicherung beauftragter Sachverständiger die Schadensursache. Wendt geht davon aus, dass die Schäden nicht auf Fehler in der Bauausführung zurückzuführen sind. In diesem Fall decke die abgeschlossene Projektversicherung die Kosten, die auf Die Kosten der Sanierung werden auf zehn Millionen Euro geschätzt werden. Die endgültige Kostenübernahme könne erst nach Klärung der Schadensursache erfolgen. Erste Sanierungsarbeiten seien jedoch bereits erfolgt. Bei den aufgetretenen Schäden handele es sich um 47 so genannte 'Schlosssprengungen' in der kombinierten Spundwand. Deren Teile sind bei der Einbringung mit insgesamt rund 4000 Schlössern miteinander verbunden worden. Die schadhaften Stellen sind laut Bunte vorwiegend in Bereichen aufgetreten, in denen die Trag- und Füllbohlen in den tonigen Meeresgrund eingerammt wurden. Die im 'sandigen Bereich' aufgetretenen Schlosssprengungen seien zudem bereits abgedichtet worden. 'Es erfolgt somit keine Sandausspülung', betonte Wendt.
Darüber hinaus beeinträchtige auch der in der vergangenen Woche eingereichte Insolvenzantrag des insgesamt mit rund zehn Prozent an der Arbeitsgemeinschaft beteiligten Baupartners Heinrich Hecker GmbH und Co. KG (Oldenburg) in keiner Weise den Fortgang der Arbeiten. Die Arbeitsgemeinschaft könne sämtliche noch ausstehenden Arbeiten ohne Verzögerungen gewährleisten.
Manfred Wendt wies auch die in einigen Presseberichten in den vergangenen Tagen geäußerte Kritik zur technischen Ausführung beim Kajenbau deutlich zurück. Die eingesetzte Rammtechnik, die von fest arretierten Arbeitsplattformen umgesetzt worden sei, entspreche den Vorgaben des Auftraggebers. Die erreichte Genauigkeit der mehr als 1600 eingerammten Trag- und Füllbohlen sei deutlich besser als die vorgegebenen Toleranzen erlaubten. Die Rammarbeiten sowie sämtliche Arbeiten des Wasser- und Ingenieurbaus seien nach höchsten Standards und anerkannten sowie erprobten Verfahren erfolgt. Dennoch könne kein Auftraggeber und kein Auftragnehmer bei Projekten dieser Größenordnung wie in Wilhelmshaven derartige Vorkommnisse 'zu 100 Prozent' ausschließen.
Als übliches Verfahren bezeichnete Wendt, dass die Baufirmen für eine derartige Sanierung zunächst in Vorleistung treten müssen, bis die Schadensursache geklärt ist. 'Wir sind sicher, dass der Hafen termingerecht und voll funktionsfähig im August vom Nutzer in Betrieb genommen werden kann', erklärte er. Und davon geht im Übrigen auch die Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft aus.
