WILHELMSHAVEN - Containerumschlag geht sogar ohne Terminal wenn auch in kleinem Maßstab. An der Westmole des Marinestützpunkts nahm am Donnerstag die niederländische Deo Volente 48 große Metallboxen an Bord, gefüllt mit Material für einen Luftwaffeneinsatz auf Island. Unter Federführung des Dezernats Seetransport vom Logistikzentrum der Bundeswehr wurden fast 600 Tonnen geladen, darunter 32 Fahrzeuge. Eine Premiere, berichtet Fregattenkapitän Kai Brodowski, denn bislang sind solche Umschlagsaktivitäten in zivilen Häfen durchgeführt worden. Brodowski, Leiter Disposition und Hafenumschlag, konnte im Stützpunkt nicht nur auf seine erfahrene Umschlagleitgruppe (ULG) zählen, sondern auch auf 20 Mann aus dem bayrischen Kümmersbruck.
Die Spezialisten des Logistikbataillons 472 können tatsächlich auch Hafenumschlag: Vom Pkw über Transporter bis zum Lkw mit Tieflader ging alles mit den beiden bordeigenen Kränen auf den 105 Meter langen Frachter. Dazu die 20- und 40-Fuß-Container.
Die ,Deo Volente hat bei einer Einzelausschreibung den Zuschlag für den Seetransport erhalten und ist in unserem Auftrag vom Unternehmen JH Logistik gechartert worden, sagt Kai Brodowski.
Noch am Abend machte das Schiff sich auf den Weg nach Helguvik. Der kleine Hafen in der Nähe von Reykjavik ist nur vier Kilometer von der isländischen Luftwaffenbasis entfernt optimal, um die Ladung nach dem Löschen am nächsten Mittwoch schnell dorthin zu transportieren. Vor dem Verladen in Wilhelmshaven war die gesamte Ladung auf dem Vorstauplatz überprüft worden unter anderem auf ihre Seeverladefähigkeit. Hauptmann Volker Pütz und Hauptfeldwebel Karsten Schultze werden auch zum Umschlag auf Island dabei sein. Das Umschlagpersonal der Bundeswehr fliegt mit einer Transall voraus.
Vom Jagdgeschwader 71 Richthofen in Wittmund sollen in Kürze sechs Phantoms bis August nach Island verlegen. Da der Inselstaat über keine eigene Luftwaffe verfügt, übernehmen abwechselnd NATO-Partner den Schutz des isländischen Luftraums.
