Wilhelmshaven - Es geht nicht nur um eine Stunde Mehrarbeit pro Woche für die Gymnasiallehrer. Mit der Aktion 5 vor 12 äußerten gestern Mittag Lehrer aus allen Schulformen ihren Protest gegen den Entwurf der Landesregierung zur Änderung der Arbeitszeitverordnung für Beamte an öffentlichen Schulen, für den gestern in Hannover die Anhörung stattfand. Das trifft uns alle, sagte Annette Walter, Personalratsmitglied an der Grundschule Mühlenweg. Ihr und ihren Kolleginnen geht es um die beabsichtigte Streichung der Altersermäßigung für 55- und 60-jährige Lehrkräfte von ein bzw. zwei Stunden bei der Unterrichtsverpflichtung. Mit 28 Wochenstunden seien die Grundschullehrer ohnehin über Gebühr belastet.

Doch standen nicht nur am Mühlenweg, in Altengroden, im Wiesenhof und an der Hafenschule die Grundschullehrer mit Plakaten vor der Tür, sondern auch die Hauptschullehrer an der Bremer Straße, Lehrer der Integrierten Gesamtschule, der beiden Berufsbildenden Schulen und des Neuen Gymnasiums.

Zu der Protestaktion aufgerufen hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Kreisvorsitzender Wolfgang Niemann-Fuhlbohm zeigte sich von der rot-grünen Landesregierung enttäuscht, auch wenn er ihr richtige Weichenstellungen zugestand, wie die Beseitigung von Hürden bei der Gründung von Gesamtschulen, Ausbau des Ganztagsbereichs, 5000 neue Krippenplätze. Seine Kritik richtet sich gegen das Ansinnen, 80 Millionen Euro über die Streichung der Altersermäßigung für alle Lehrerinnen und Lehrer sowie eine zusätzliche Unterrichtsstunde für die Gymnasiallehrkräfte zu erwirtschaften und damit zu einem Teil den Bildungshaushalt zu finanzieren.