Wilhelmshaven - Er hat Zunge, Lippen, eine Stimme und atmet. Das genügt, um die Gäste der Kleinkunstrevue im Pumpwerk auf einen außergewöhnlich unterhaltenden Abend einzustimmen. Denn was Sebastian Fuchs ohne ein Instrument durch seine Lippen bzw. aus seiner Lunge für Töne entweichen lässt, macht sprachlos. Er kann normal sprechen aber viel beeindruckender ist er als Beatboxer und Vokalartist, der Töne, Musikinstrumente oder Tierstimmen perfekt nachahmt. Er erzählt poetische und spannende Geschichten, lässt Kühlschränke und Bienen summen, Lastwagen, Rhythmen und tiefen Donner grollen.
Das Kulturzentrum am Banter Deich 1a hatte am Wochenende allen Grund zum Feiern. Die Kleinkunstrevue war Teil des Festprogramms zum 40-jährigen Bestehen einer Kulturinstitution, die weit über die regionalen Grenzen hinaus Anhänger hat. 40 Jahre Pumpwerk sind nicht nur Rock, Pop und Musik, sondern eben auch Kleinkunst, stimmte Kulturkoordinator Dirk Haubold das Publikum auf rund zweieinhalb Stunden beste Unterhaltung ein. Und er hatte nicht zu viel versprochen. Denn vor dem Auftritt von Kurt Knabenschuh, der mit leisem Humor, feinsinnig überspitzt, Alltagssituationen beschrieb, die jeder kennt, und der Extrem-Acappella-Band YeoMen aus Berlin eroberten die Musikkabarettisten Stenzel undamp; Kivits mit ihrer irrwitzigen Comedyshow die Bühne. Schnell verstand das Publikum, was Sebastian Fuchs, der auch durch das Programm führte, mit einer neuen Dimension des Absurden meinte. André Rieu und ich haben denselben Friseur und bekommen dieselbe Gage, stellte sich Piano-Artist Kivits dem Publikum vor - erste Lacher aus dem Publikum - , während Stenzel mit Notenständer und Zupfbasskiste hantiert.
