Wilhelmshaven - Die Schüler und Schülerinnen lassen sich nicht stören. Hochkonzentriert schrauben, löten und feilen sie. Von der Besuchergruppe nehmen sie kaum Notiz - sehr zu deren Freude. Denn die Schulleiter Heinz Bültena (Marion-Dönhoff-Schule), Georg Kallage (Franziskusschule), Brigitte Kunze (Freiherr-vom-Stein-Schule) sowie Elke Schnitger (BBS Friedenstraße) und ihr Stellvertreter Ralf Thiele beobachten fasziniert, wie die Achtklässler der Realschulen bei der Sache sind.
Einmal in der Woche sind sie in diesem Halbjahr nicht an ihrer Schule im Unterricht, sondern nehmen an Berufsorientungskursen der beiden Wilhelmshavener Berufsbildenden Schulen teil. Mit Reinhold Harms, Fachberater für Berufsorientierung der Landesschulbehörde, und Jan Beckmann-Eilts, Leiter der Berufsorientierung an den BBS Friedenstraße, sind sich die Schulleiter einig, dass die Schüler beim Umgang mit Werkzeug und Maschinen wichtige Erfahrungen sammeln. Sie entdecken und zeigen nicht nur Fähigkeiten, die im Schulalltag zu kurz kommen. Sie lernen auch Berufsfelder kennen, von denen sie zuvor keine Ahnung hatten.
Schon im vergangenen Schuljahr boten die Berufsbildenden Schulen den Haupt- und Förderschulen die Möglichkeit, in den BBS-Fachräumen in die Berufswelt hineinzuschnuppern. Jetzt wurden die Realschulen und die Franziskusschule (katholische Oberschule) in den Kreis aufgenommen. Gestern wurden die offiziellen Kooperationsverträge unterzeichnet.
Heinz Bültena, selbst lange Fachberater für Berufsorientierung bei der Landesschulbehörde, erinnerte allerdings daran, dass die Zusammenarbeit nicht neu ist. Die Ursprünge gingen auf eine Kooperation der allgemeinbildenden Schulen mit Schnitgers Vorvorgänger Peter Johannsen zurück, die dann unter dem zwischenzeitlichen Schulleiter Wilfried Steenblock weitergeführt wurde - noch ehe sie per Erlass eingeführt wurde.
