Wilhelmshaven - Die Aufregung ist groß bei den Teilnehmern der elften Papierboot-Regatta. Nur noch wenige Minuten, bis die ersten der insgesamt sieben Boote ins Wasser gehen – und möglichst lange an der Oberfläche bleiben. Denn das Besondere an dieser Regatta: Die selbst gebauten Boote dürfen lediglich aus Pappe, Papier, Klebeband oder Leim bestehen.
Der Start erfolgt in diesem Jahr von der neuen Treppe des künftigen Museumshafens am Bontekai, von wo aus es eine 200 Meter lange Strecke möglichst trocken und schnell zu bewältigen gilt. Zahlreiche Schaulustige wollen sich das witzige Spektakel nicht entgehen lassen, feuern die „Bootseigner“ lautstark an.
Die Ideen der Bootskonstrukteure sind vielfältig. Beispielsweise mit dabei sind Tronje Schreyer und Nils Römhild mit einem Wikingerbötchen als Team „Wickie und die starken Männer“. Rund zwei bis drei Wochen haben sie gebraucht, um es zu bauen. „Natürlich wollen wir auch gewinnen“, sagt Römhild.
In insgesamt drei Läufen gehen die sieben Teams an den Start. Im ersten Wettstreit sind neben „Wickie“ auch die Teams „SOS Kinderdorf“ und „Entern oder Kentern“ dabei. Und kaum hat Moderator und WTF-Geschäftsführer Michael Diers das Rennen freigegeben, erleidet das Team „Wickie“ auch schon Schiffbruch. Kurz darauf ist auch klar, dass das Boot „Entern oder Kentern“ ebenfalls vorzeitig die Segel streichen muss. Zwar versucht die Besatzung noch mit den Überresten eine gute Zeit zu erzielen, jedoch liegt sie am Ende mit 12:39 Minuten auf dem letzten Rang der ins Ziel gekommenen Papierboote.
Besser läuft es bei Jonas Dippel und Daniel Welz. Mit ihrem Lürssen-Boot in Marineoptik bewältigen sie die Strecke in beachtlichen 2:28 Minuten und sichern sich den Sieg, gefolgt von Team „Bierkapitäne“ und der „Lürssen-Yacht“.
„Ursprünglich waren elf Teams gemeldet, letztlich kamen kurzfristig noch ein paar Absagen rein – dennoch freuen wir uns, dass wir sieben Boote am Start hatten, so viele wie noch nie“, sagte Diers, dessen Kollegin mit dem WTF-Boot auch schon früh aus dem Wettbewerb ausschied. Auch, dass die Papierboot-Regatta an die neue Treppe verlegt wurde, sei ein großer Erfolg. „Diesen Spaß-Wettbewerb vor solch einer Rekordkulisse auszutragen, ist schon etwas beeindruckendes.“ Zuschauer, so weit das Auge reicht – von den Traditionsschiffen bis zur Brücke, an der die Krabbenkutter zu finden sind – jubeln sie den Teilnehmern zu, feuern sie an und fiebern bis zum Ende mit.
