WILHELMSHAVEN - Die Vollblutstute, ein Rassezuchttier und temperamentvolles Westernpferd, wie es im Buche steht, hat es nicht leicht mit seinem Besitzer, dem Weißen Cowboy: Er ist so gar nicht auf Abenteuer aus und malt lieber Sonnenuntergänge, als Büffel und Mustangs zu jagen. Und Schießen mag er schon gar nicht – im Gegensatz zu seinem Widersacher, dem Schwarzen Cowboy, dem bösesten aller bösen Cowboys.

Als sich die drei wieder einmal in der Prärie begegnen, sieht es aber ganz so aus, als würde das Blatt sich wenden, denn der Schwarze Cowboy versucht mit List, den Weißen Cowboy endlich in eine Schießerei zu verwickeln. Das Pferd, gespielt mit herrlichen artistischen Einlagen von Brit Bartuschka, will wiederum mit dem Schwarzen Cowboy ein Hühnchen rupfen – hatte er doch versucht, es beim Pokern zu beschummeln.

Am Donnerstag feierte das Stück 'Cowboys und Pferde' von Eva-Maria Stüting unter der Regie von Carola Unser Premiere im 'Jungen Theater' der Landesbühne Nord in der Rheinstraße. Die Vorstellung war ausverkauft und die Plätze waren gefüllt mit jungen Zuschauern, die sich mit großer Begeisterung in die Welt des Wilden Westens entführen ließen und gespannt die Abenteuer auf der Bühne verfolgten.


Auch wenn der Weiße Cowboy, gespielt von Cino Djavid, hin und wieder betonte, dass dies 'alles nur Theater ist', setzten die kleinen Besucher darauf, dass ihr Held und sein treues Pferd und letztlich auch die Gerechtigkeit siegen würden. So gab es während der pointenreichen Inszenierung nicht nur zahlreiche Lacher, sondern immer auch hilfreiche Zurufe und Warnungen, denn die Zuschauer waren ganz im Bann des Spiels um Gut und Böse.

Carola Unser und die Dramaturgin Athena Schreiber hatten die Inszenierung mit köstlichen Slapstick-Einlagen versehen, es gab auch echte Western-Musik vom Altmeister Ennio Morricone und sogar vorgetragene Songs der drei Protagonisten. Für die richtige Atmosphäre hatte Bühnenbildnerin Gesine Lenz eine Prärielandschaft mit Felsen, einem Kaktus und einer Koppel geschaffen. Während der Weiße Cowboy ein satinglänzendes und paillettenbesetztes Kostüm trug, war sein Gegner (Matin Turan) mit perfekter Cowboy-Westernkleidung ausgestattet, gut präpariert für abenteuerliche Einsätze. Und die gab es zuhauf während der gut einstündigen Aufführung: so galt es, Klapperschlangen unschädlich zu machen, und das Auftauchen eines Sheriffs und eines Indianers steigerten die Spannung um ein weiteres. Wer hinter diesen beiden Figuren steckt, wird hier nicht verraten. Nur so viel: Am Ende des Tages ist das Pferd sehr zufrieden mit dem Verlauf der Ereignisse, und der Weiße und der Schwarze Cowboy scheinen sich doch ähnlicher zu sein, als sie zu Tagesbeginn noch ahnten.

Die Zuschauer spendeten großen Applaus und stürmten dann auf Pferd und Cowboys los, um sich mit Rosen für die Western-Abenteuer zu bedanken und sich Autogramme geben zu lassen.

Die Vorstellungen im April sind bereits ausverkauft. Weitere Aufführungstermine im Jungen Theater sind am 28. Mai, Beginn 11.15 Uhr, am 17. Juni, 9 Uhr, sowie am 18. und 19. Juni (Uhrzeiten auf Absprache). Am Sonntag, 26. Mai, wird 'Cowboys und Pferde' ab 11 Uhr in einer Familienvorstellung mit anschließendem Western-Barbecue aufgeführt. Gutscheine gibt es im Vorverkauf und an der Tageskasse der Landesbühne. 'Cowboys und Pferde' kann auch direkt in Schulen aufgeführt werden. Schulvorstellungen und Kartenvorbestellungen können mit Heike Thies unter 04421 / 940127 abgesprochen werden oder via E-Mail unter

heike.thies@landesbuehne-nord.de)