WILHELMSHAVEN/SANDE - Jetzt ist es endlich passiert. Die Bezirksliga-Fußballer des FC Rot-Weiß Sande haben ihren Befreiungsschlag gelandet und nach neun Spielen ohne Punktgewinn den ersten Sieg gelandet – und wie. Im Derby beim SV Wilhelmshaven setzte sich die Poedtke-Elf am Sonntagnachmittag mit 6:3 (3:2) durch. Der Erfolg ist Balsam auf die geschundene Seele von Mannschaft, Trainer und Fans. Die Jadestädter indes, die nach wie vor von einer Rückkehr in die Regionalliga per Gerichtsentscheid hoffen, versinken derweil in der Bedeutungslosigkeit und müssen sich damit abfinden, nur noch die Nummer zwei in Sachen Fußball in der Jadestadt zu sein.

FC-Betreuer Andreas Ulpts fiel wohl die größte Last nach dem Spiel von den Schultern. Freudentränen liefen ihm über das Gesicht. Und auch der Rest des Teams kam so schnell aus dem Jubeln nicht heraus. 'Es ist ein geiles Gefühl, endlich mal mit einem Sieg in die Woche zu gehen', erklärte FC-Trainer Lars Poedtke, an dem die Zeit der punktlosen Spiele nicht spurlos vorbeigezogen waren. 'Ich ziehe den Hut vor der Mannschaft. Sie hat trotz der vielen Rückschläge der vergangenen Wochen, trotz der Ausfälle und trotz des erneut frühen Rückstandes nie aufgehört zu kämpfen. Die Mannschaft lebt', erklärte er nach dem Schlusspfiff.

Die Sander zeigten im Jadestadion nicht nur, dass mit ihnen jederzeit zu rechnen ist, sie überrumpelten auch einen Gegner, der sich seiner Sache offenbar zu sicher war. Dennis Rehbein, Justin Ulpts und Malte Wobbe spielten mit der SVW-Defensive Katz’ und Maus. 'Wenn wir unsere Chancen hier heute eiskalt ausgenutzt hätten, dann wäre das ganz bitter für den SVW geworden', sagte Poedtke. Und tatsächlich hätte das Ergebnis bei konsequenterer Chancenverwertung durchaus zweistellig werden können. In beiden Spielhälften hatten die Gäste noch jeweils fünf Hochkaräter, die sie liegen ließen. 'Die Jungs haben einfach gespielt, wie aus einem Guss', schwärmte Poedtke. Die drei Gegentreffer taten dem FC zwar nicht weiter weh, sie offenbarten allerdings einmal mehr die Schwäche der Sander Defensive bei Standardsituation. 'Da machen wir es dem Gegner zu leicht', erklärte der FC-Trainer, der das Spiel nicht bis zum Schluss von der Trainerbank aus verfolgen durfte. Denn beim 5:3-Treffer von Malte Wobbe hielt es ihn nicht mehr auf den Sitzen und er rannte im Überschwang der Gefühle auf den Rasen. Der Schiedsrichter drückte kein Auge zu und verwies den Coach auf die Tribüne, was dem allerdings angesichts des Endergebnisses nichts mehr ausmachte.


Thomas Van Lengen
Thomas Van Lengen Redaktionsleitung Sport, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung