WILHELMSHAVEN - Es ist Sommer, und Jeda geht es am Meer unter der strahlenden Sonne richtig gut. Das ist nicht selbstverständlich, denn Jeda ist ein Schneemann – oder eine Schneefrau – , aber das ist eigentlich egal. Endlich ist Jedas langgehegter Traum in Erfüllung gegangen: Er hat es geschafft, sich bis in den warmen Sommer hinein in Form zu halten mit kühlendem Eistee. Darüber staunen nicht nur Jedas Freunde, die anderen Schneemänner und -frauen, die sich längst wieder in den Wolken befinden, sondern auch die Kinder, die am Sonntagnachmittag im Studio Rheinstraße die Premiere 'Jeda, der Schneemann' der Jungen Landesbühne miterleben.

Jeda wird gespielt von Judith Goldberg: munter, optimistisch und mit manch flottem Spruch auf den Schneelippen ('Ein ganz kleiner Schluck Eistee noch – jetzt bin ich wieder cool!'), schließlich gilt es, die Freunde in den Wolken ebenso zu unterhalten wie die Besucher, die gespannt verfolgen, was Jeda im Sommer so treibt.

Genau genommen spielen in dem Ein-Personen-Stück von Mark Wetter und Paul Steinmann in der Inszenierung der Regisseurin Laura Jakschas aber zwei Personen mit: der Inspizient Oliver Weiß sitzt in der ersten Zuschauerreihe und zaubert per Overheadprojektor mit Folienwechseln und flinken Filzstiftstrichzeichnungen die Kulisse an die Bühnenwand; seine schnellen geschickten Bewegungen werden mit Argusaugen von den kleinen Zuschauern beobachtet.


So lässt Weiß den Schneemann beim zeitvertreibenden Angeln im Ozean eine Waschmaschine an Land ziehen, in der sich der Schneemann befremdlicherweise seine Haare wäscht, und eine Gitarre. Während Jeda mit der projizierten Zeichenversion Luftgitarre spielt, greift Oliver Weiß zu einer richtigen Gitarre und liefert neben den Bildern zur Begeisterung der kleinen und großen Besucher nun auch Klänge.

Schließlich angelt Jeda ein riesiges Ei, das er anfangs ganz blöd findet. Aber dann findet er sich für diesen Gedanken selber blöd, legt im doppelten Sinne sein egoistisches Mäntelchen ab und versucht auf Schneemannart in verschiedensten Posen, das Ei auszubrüten, begleitet vom Gelächter der Kinder, die Jedas theatralische Gesten urkomisch finden und ihn mit Zurufen, Tipps und Ratschlägen eifrig unterstützen. Am Ende gibt es viel Applaus für Judith Goldberg und Oliver Weiß.

Familienaufführungen gibt es am 22. November (15 Uhr) im Studio Rheinstraße 91 und 5. Dezember (15 Uhr) im Oberen Foyer im Stadttheater. Weitere Vorstellungen können noch von Einrichtungen im Spielgebiet telefonisch unter 04421 / 940127 bei der Landesbühnen-Disponentin Heike Thies gebucht werden.