WILHELMSHAVEN - Zwei Tannen im Garten des Pfarrhauses Heppens konnten dem Sturm nicht standhalten und krachten am Sonntagabend auf das Dach des Gebäudes. Und dort liegen sie noch immer. Personen seien glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen und auch das Gebäude scheint einigermaßen glimpflich davon gekommen zu sein, sagt Pastor Rainer Claus. „Ich war auf dem Dachboden, geleckt hat es jedenfalls noch nicht.“
Der Schreck am Sonntagabend sei allerdings schon groß gewesen. „Erst hat es ordentlich geknirscht, dann sind die beiden Tannen aufs Dach gekracht.“ Als Privatbesitzer des Grundstücks muss sich die Kirche, sprich die Gemeinde Heppens, um die Schadensregulierung kümmern. „Wir haben natürlich am Sonntag die Feuerwehr alarmiert, die auch superschnell hier war. Die haben die Situation kurz begutachtet und festgestellt, dass die Bäume einigermaßen sicher liegen und keine weitere Gefahr darstellen. Bäume oder Dachpfannen, die auf Straßen fallen, sind ein viel größeres Problem und hatten für die Einsatzkräfte verständlicherweise Priorität“, so Claus weiter. Inzwischen habe man ein Unternehmen beauftragt, so bald es geht, die Bäume herunterzusägen, um dann die Schäden am Dach beheben zu können.
Vor ganz andere Probleme hat Sturmtief „Sabine“ Chor, Combo und Orchester des Neuen Gymnasium Wilhelmshavens gestellt. In Vorbereitung auf das Frühlingskonzert war vom 7. bis 14. Februar eine intensive Probenwoche im Inselheim Rüstringen auf Wangerooge terminiert worden – eingeteilt in zwei Törns. Der erste mit rund 80 Schülern reiste zwar am 7. Februar an, die Rückfahrt am 10. Februar aber fiel aus, der Fährverkehr wurde eingestellt. „Die Deutsche Bahn entscheidet darüber täglich neu. Am heutigen Mittwoch fahren auch noch keine Fähren“, weiß Siebo Dirks, Lehrer am NGW und zugleich 2. Vorsitzender des Fördervereins „Inselheim Rüstringen auf Wangerooge“.
Der zweite Törn hätte am gestrigen Dienstag übergesetzt, um bis Freitag zu proben. Am musikalischen Programm wird auch tatsächlich gearbeitet, das sei für die Konzertvorbereitung einfach zu wichtig, wie Dierks betont, allerdings nicht im gemütlichen Inselheim, sondern in der Aula und im Musiksaal des NGW.
Es sei schon eine Herausforderung gewesen, mit dieser Situation umzugehen, sagt Dierks. „Wir haben natürlich alle Eltern informiert, dass Törn 1 auf der Insel bleiben muss und Törn 2 nicht fahren kann und stattdessen hier jeweils von 8 bis 18 Uhr in der Schule probt.“ Klar seien die Schüler, die nicht nach Wangerooge fahren konnten, enttäuscht gewesen. „Aber die Stimmung ist trotzdem gut.“ Das gelte auch für die Gestrandeten. „Ich bin im täglichen Austausch mit den Kollegen auf der Insel. Es schweißt schon zusammen, wenn man abgeschnitten von der Welt auf einer Insel festsitzt und auf das aufpeitschende Meer schaut“, weiß er aus eigener Erfahrung.
Optimal seien die Probenarbeiten so zwar nicht, erklärt Dierks, „aber es geht.“ Besonders gefordert sei allerdings der Kollege Christof Berner als Dirigent des Chors. „Er hatte alle Noten mit auf die Insel geschickt, konnte aber selbst mit dem zweiten Törn gar nicht anreisen. Er nutzt jede freie Sekunde zum Kopieren, um den Chor jetzt hier mit den Noten zu versorgen.“
Auch diese Klippe werde umschifft. Wann „Sabine“ allerdings ein Einsehen hat und der Deutschen Bahn die Chance gibt, die Fähren wieder fahren zu lassen, damit die „Insulaner“ zurück kommen können, lässt sich auch von NGW nicht organisieren.
