Wilhelmshaven - Wilhelmshaven - Das Gebäude der ehemaligen Grundschule Neuende an der Schaarreihe soll erneut zum Verkauf ausgeschrieben werden. Eine entsprechende Vorlage an den Rat der Stadt hat der Werksausschuss und#132;Grundstücke und Gebäudeund#147; (GGS) gestern mit drei Stimmen auf den Weg gebracht. Gegen die Vorlage stimmten die Ratsherren Hans-Jürgen Kempcke und Hans Gabriels (beide SPD). Jetzt muss noch der Verwaltungsausschuss und der Rat der Stadt darüber entscheiden.

Fest steht: Ein möglicher Investor wird Geld in die Hand nehmen müssen. Das denkmalgeschützte Gebäude darf nicht abgerissen werden, so die Auflage. Und die alte Schule müsste erheblich saniert werden. Ein erster Anlauf, das Gebäude zu veräußern, war bereits gescheitert. Der Rat der Stadt hatte sich mehrheitlich gegen einen Verkauf und für den Erhalt der Immobilie sowie eine mögliche Eigennutzung ausgesprochen. Hierfür setzt sich auch eine Bürgerinitiative ein, die Unterschriften für den Erhalt gesammelt hat. Unter anderem hatte die Initiative vorgeschlagen, das Gebäude als Begegnungsstätte oder Herberge zu nutzen.

Die Immobilie war bereits einmal zum Verkauf ausgeschrieben. Damals gab es einen Bewerber, der inzwischen sein Angebot zurückgezogen hat. Das Gebot lag seinerzeit bei 210 000 Euro.

Dass die Stadt das Gebäude selbst nutzt und auf diesem Wege erhält, käme aber nicht in Frage, betonte Harald Witte, Abteilungsleiter Portfoliomanagement, gestern im Betriebsausschuss. und#132;Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass eine Sanierung für die Stadt und eine Eigennutzung wirtschaftlich nicht vertretbar wäre.und#147;

CDU-Ratsherr Heinz Weerda appellierte in diesem Zusammenhang an alle Fraktionen im Rat der Stadt, eine Sachentscheidung zu fällen. Das Thema dürfe nicht zum reinen Wahlkampfthema werden. und#132;Wenn sich die Kommune die Immobilie nicht leisten kann, müsse wir uns schnellstmöglich von ihr trennen.und#147; Nicht zuletzt, weil das Gebäude immer mehr zerfalle. Der Bürgerinitiative legte Weerda die Gründung eines Vereins nahe. Dieser könnte das Gebäude dann kaufen. und#132;Träume sind nicht verboten, als Stadt müssen wir aber an alle Bürger denken.und#147;


Zudem beschäftigte sich der GGS-Betriebsausschuss mit dem Bunker an der Virchowstraße zwischen der Grundschule Rheinstraße und dem Gewerkschaftshaus des DGB. Ein Architektenbüro hat im Auftrag der GGS Vorschläge für eine mögliche Umnutzung unterbreitet. Demnach könnten fünf Maisonette-Wohnungen auf dem Bunker entstehen. Vier weitere Wohnungen wären als Anbau zum Innenhof denkbar.

Der Bunker war in Zeiten des Kalten Krieges als Hilfskrankenhaus errichtet worden. Der Bund will sämtliche Einrichtungen dieser Art aufgeben. und#132;Für uns stellt sich deshalb die Frage: Was machen wir damitund#147;, so GGS-Betriebsleiter Oliver Leinert. er stellte die ersten Ideenskizzen im Betriebsausschuss vor. Ein Umbau der Innenräume des Bunkers und eine spätere Nutzung zum Beispiel als Gewerbefläche seien zwar eine weitere Option, die Kosten hierfür wären aber erheblich, sagte Leinert.

Stephan Giesers
Stephan Giesers Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung