WILHELMSHAVEN - Dass Bildung ein wichtiges, aber auch schwieriges Thema ist, wurde jetzt im Wilhelmshavener Stadtrat unter der Vorsitz von Ursula Glaser (CDU) deutlich: Die Schulentwicklungsplanung nahm rund die Hälfte der sechsstündigen Sitzung in Anspruch – und wurde durchaus kontrovers diskutiert.
In vielen Fällen fiel die Entscheidung dann auch anders aus, als es die Verwaltung in ihrer Vorlage vorgeschlagen hatte. Einige Änderungsanträge wurden trotz zweier zur Wahl stehenden Varianten eingebracht. Vor allem die Standorte und eventuellen Zusammenlegungen der Grund-, Förder- und Oberschulen bereitete den Ratsmitgliedern einiges Kopfzerbrechen, und es wurde stellenweise hitzig debattiert. Am Ende entschied die Mehrheit aus CDU und SPD über die künftige Wilhelmshavener Schullandschaft.
Hintergrund dieser schwierigen Entscheidungsfindung ist die demografische Entwicklung mit ihren rückläufigen Schülerzahlen, denen frühzeitig Rechnung getragen werden soll. Bereits im Planungszeitraum 2013 bis 2018 werden die Schülerzahlen an den Grundschulen zurückgehen, wurde anhand der umfangreichen, von der Verwaltung vorbereiteten Vorlage deutlich. Ziel des Schulentwicklungsplanes ist daher die Definition leistungsfähiger Schulstandorte für Grundschulen, die Zusammenfassung der Förderschulen und Berufsbildenden Schulen, die Bildung von Oberschulen sowie die Umsetzung des Inklusionsgedankens.
Konkret bedeutet das für die jetzigen und zukünftigen Schüler in Wilhelmshaven einige Veränderungen, vor allem in den Grundschulen. Die von der Verwaltung favorisierte Lösung einer Aufhebung der Grundschule Sengwarden kam die Mehrheit der Ratsmitglieder nicht nach. Die Grundschule Sengwarden wird bleiben. Die Grundschule Kirchreihe soll zum 1. August 2014 aufgehoben werden. Am Standort Schellingstraße 17 soll sie ab 1. August 2015 zusammen mit der Grundschule Mühlenweg einen neuen Standort finden. Die neue Grundschule Stadtmitte soll aus den bisherigen Grundschulen Siebethsburg und Peterstraße ab August 2018 im Gebäude Störtebekerstraße 49 entstehen, wo sich derzeit noch die Förderschule Wasserturmschule befindet.
Die Wasserturmschule und die Herbartschule, beides Förderschulen, werden ab August 2017 in der Schellingstraße 15 untergebracht. Zwei neue Oberschulen entstehen durch die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen. Die Realschule Freiherr-vom-Stein und die Hauptschule an der Bremerstraße werden bei vorübergehender Beschulung an ihren jeweiligen Standorten ab August 2014 zur Oberschule Stadtmitte. Eine räumliche Zusammenlegung hatte die Verwaltung im Gebäude Bremer Straße angedacht, der Rat entschied jedoch die Zusammenlegung am kleineren Standort der Freiherr-von-Stein-Schule. Hier soll der Standort jedoch noch einmal überprüft werden, ein Zeitpunkt des Umzuges wurde noch nicht festgelegt. Die zweite Oberschule mit dem Namen Oberschule Nord entsteht ab August 2014 durch die Zusammenlegung der Marion-Dönhoff-Realschule und der Hauptstraße Nogatstraße. Nach der vorübergehenden Beschulung an zwei Standorten soll eine räumliche Zusammenlegung am Standort Warthestraße/Salzastraße vorgenommen werden, sobald dort ein bedarfsgerechtes Raumprogramm vorliegt und die finanziellen Voraussetzungen gegeben sind.
Ebenfalls schon ab August 2014 werden die Berufsbildenden Schulen 1 und Friedenstraße zu den Berufsbildenden Schulen Wilhelmshaven verschmelzen. Die räumliche Zusammenlegung erfolgt an der Friedenstraße, sobald die Voraussetzungen hierfür geschaffen werden können.
