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Ehrenamt Sein Motto: Mit ganzer Kraft, oder gar nicht


Hofft auf das Fortbestehen des Hafenschwimmens: der Wilhelmshavener Klaus Klenke (82). 
Dirk Gabriel-Jürgens

Hofft auf das Fortbestehen des Hafenschwimmens: der Wilhelmshavener Klaus Klenke (82).

Dirk Gabriel-Jürgens

Wilhelmshaven - Die „Stellenausschreibung“ ist in lockerem Ton formuliert, hat aber einen ernsten Hintergrund: Traugott Böhlke und Matthias Bulla werden das Hafenschwimmen, seit Jahren Bestandteil des Sailing-Cups, künftig nicht mehr organisieren.

Einer, der noch nicht endgültig abgeschlossen hat mit der Veranstaltung, die bislang fast 700 Aktive in den Großen Hafen lockte, ist Klaus Klenke. Der 82-Jährige war beim Hafenschwimmen der Mann im Hintergrund. Wer an den Start gehen wollte, kam an dem ehemaligen Postbeamten nicht vorbei. „Input gleich Output“ nennt der gebürtige Wilhelmshavener, der im Inselviertel groß wurde, das. Übersetzt: „Alle, die ins Wasser gehen, müssen auch wieder herauskommen.“

Rechnung mit zweineuen Unbekannten

Dank zahlreicher Helfer auf dem Wasser ging die Gleichung bislang auf. Jetzt aber gibt es durch den Rückzug an der Spitze mindestens zwei Unbekannte in der Rechnung. Und die „Stellenausschreibung“ von Böhlke klingt nicht unbedingt hoffnungsfroh für Bewerber. „Ein Job, der keinerlei finanziellen Vorteil bringt. Auch keine Bezahlung. Der viel abverlangt.“

Klaus Klenke, beim Hafenschwimmen bislang auch für die Finanzen zuständig, hofft trotzdem auf Enthusiasten, die die Veranstaltung am Leben erhalten wollen. „Es braucht immer einen, der vorangeht.“ Dann geht auch der 82-Jährige gerne mit. „Die Chemie hat bei uns in der Vergangenheit immer gestimmt. Auch die Resonanz auf die Veranstaltung war durchweg positiv. An Mäkler, die es sonst so oft gibt, kann ich mich nicht erinnern. Deshalb hat es auch immer Spaß gemacht mitzuarbeiten.“

Klaus Klenke ist in die ganze Organisationssache beim Schwimmen irgendwie reingerutscht. Und wie es so seine (korrekte) Art ist: Wenn dann richtig und mit ganzer Kraft.

So war das von 1972 bis 1994 als Schiedsrichter-Obmann des Handballkreises, bei dem Klenke zusammen mit Hayo Andoleit jahrelang ein Gespann bildete. Und so war das beim Post SV Wilhelmshaven, bei dem Klenke Handball und Fußball gespielt hat. Mitglied ist er im Nachfolgeverein, dem STV Wilhelmshaven, immer noch. Und warum sollte eine Gewerkschaftszugehörigkeit aufgegeben werden, nur weil man seit 22 Jahren nicht mehr in der Verwaltung bei der Wilhelmshavener Post – als es die „richtige“ Post noch gab – arbeitet?

Start 2014 beim Leuchtturmschwimmen

Los ging es für den überzeugten Winterschwimmer mit den maritimen Organisationsaufgaben im Jahr 2014. Klenke: „Da haben ich einen der Leuchtturm-Schwimmer vor der Premiere getroffen, bin einfach mal beim Fliegerdeich vorbeigegangen – und dabei geblieben.“

Aus dem Leuchtturmschwimmen, das witterungsbedingt fast häufiger ausfiel als stattfand, wurde dann das Hafenschwimmen, das bei der DLRG an der Deichbrücke begann und über die Segelkameradschaft Klaus Störtebeker zuletzt beim Hochsee-Yachtclub Germania vor Anker ging.

Für Klaus Klenke, der im Jadebad Schwimmen lernte, hatten alle drei Standorte ihren Reiz. Und die Veranstaltung selbst sowieso. „Ich hoffe, dass sich Leute finden, die Lust haben, dafür Zeit zu investieren.“

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