Wilhelmshaven - Im Herbst sollte eigentlich mit dem Bau des Wattenmeer-Partnerschaftszentrum der Staaten Dänemark, Niederlande und Deutschland am Banter See begonnen werden. Aber bislang gilt: Still ruht der Banter See. Die Baugenehmigung legt noch nicht vor. Einwände gegen die Planungen müssen noch abgearbeitet werden.

Passiert ist aber dennoch etwas: Am Bunker wurde der minderwertige Beton abgetragen, um die Oberflächen für die spätere Montage der geplanten Stockwerke vorzubereiten. Insgesamt soll das Bauwerk zuerst die drei Ebenen enthalten, die jetzt bereits der Bunker aufweist. Nach Informationen unserer Redaktion kommen weitere vier Geschosse hinzu.

Dorte Mandrup aus Dänemark hat mit ihrer Architektur-Handschrift inzwischen weltweit Zeichen gesetzt; unter anderem hat sie auch das Wattenmeerzentrum in ihrer Heimat konzipiert.

In Wilhelmshaven bestand die Herausforderung darin, den auf dem Grundstück stehenden Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg einzubinden. Der Entwurf von Dorte Mandrup wird als Glaskubus über den Bunker gestülpt.

Das Besondere an diesem Entwurf der dänischen Stararchitektin ist die Darstellung der „Welt zwischen den Welten“. Es sind Flächen, die ständig ihr Gesicht ändern, sie spiegeln sich wie die Gezeiten. Damit sei das Gebäude eine kreative Abstraktion des Wattenmeeres.


Das Zentrum soll die internationale Adresse der Wattenmeer-Zusammenarbeit werden und als international wahrnehmbares Symbol für den Schutz des einzigartigen Weltnaturerbes von Den Helder/Niederlande bis nach Esbjerg/Dänemark stehen.

Wenn die Baugenehmigung vorliegt, kann die Ausschreibung für die Gewerke auf den Weg gebracht werden. Eigentlich sollte das Zentrum 2021 fertiggestellt und in Betrieb genommen werden. Investiert werden rund acht Millionen Euro. Rund die Hälfte steuern Bund und Land bei. Die Stadt bringt das Grundstück ein. Bauherr des Großprojektes ist der städtische Eigenbetrieb Grundstücke und Gebäude der Stadt (GGS).

Das Zentrum soll neben dem gemeinsamen Sitz der Nationalparkverwaltung Wattenmeer und der trilateralen „Wadden Sea Foundation“ als Einrichtung des Landes zudem Sitz des bereits in Wilhelmshaven ansässigen Wattenmeersekretariates werden. Das Sekretariat koordiniert die Wattenmeer-Zusammenarbeit Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande.