WILHELMSHAVEN - Die Oper wird meist in einem riesigen Saal mit aufwendigen Kostümen, einem opulenten Bühnenbild und mit stimmgewaltigen Sängern vorgetragen, deren durchdringende Töne auch die hinterste Reihe eines jeden Konzertsaales erreichen. Ein krasser Gegensatz dazu ist das kleine Haus der Landesbühne, das TheOs am Bontekai. Dennoch konnten sich Freunde der Oper vergangenes Wochenende davon überzeugen, wie auch große Stimmen auf kleinstem Raum elektrisieren können. Beim Gastspiel 'Maria und die Callas' schlüpfte die professionelle Sängerin Lauren Francis in die Rolle der großen Operndiva Maria Callas. Wie der Titel schon vermuten lässt, beleuchtet das Stück den Spagat zwischen Weltstar und normaler Privatperson.

Lauren Francis schaffte es dabei überraschend gut in dem als Monolog angelegten Stück, zwischen einem naiven Mädchen, das von der Mutter zum Singen gezwungen wird, und einer selbstbewussten Frau, die sich nach Liebe sehnt, zu wechseln. So bekam das Publikum einen Eindruck, wie es hinter der Fassade hätte sein können. Die Höhepunkte des von Franz Garlik inszenierten Stückes waren aber die live gesungenen Opernlieder, wie zum Beispiel 'Casta Diva' aus Vincenzo Bellinis Norma.

Am Ende gab es für diese außergewöhnliche Opern-Performance, an die das Wilhelmshavener Publikum im regulären Spielplan nicht kommt, Standing Ovations.


Pia Miranda
Pia Miranda Redaktion Wittmund