Wilhelmshaven - Jever - Wenn Naldoundquot; gegen eine Katze den Kürzeren zieht, wenn plötzlich zwei Messis in einem Team stehen und wenn bei einem Pfiff zehn Augenpaare den Schiedsrichter mehr oder minder verständnislos ansehen - dann ist Handball-Minispielfest.
Am Sonnabend veranstaltete die HG Jever/Schortens für die ersten und zweiten Klassen in Jever dieses Einstiegsangebot in Sachen Handball. 15 Mal haben Birgit Graalfs und ihre Helferinnen und Helfer solche Turniere bereits angeboten - und immer ist die Begeisterung bei allen Beteiligten (Kinder, Eltern, Organisatoren) groß.
Um Handball geht es dabei nur bedingt. Die Kinder sollen ihren Spaß haben. Der Ehrgeiz und das Gewinnen wollen kommen noch früh genug, findet Helge Harms, der am Sonnabend die Kinder der beteiligten drei Grundschulen aus Jever begrüßte und nebenbei Ko-Trainer der zweiten Frauenmannschaft der HG Jever/Schortens ist.
Beides lässt sich in der Halle leicht wiederfinden. Dass beim Handball - eigentlich - während des Laufens der Ball geprellt werden muss, bleibt häufig bloße Theorie. Immer wieder sind also Jungen zu beobachten, die sich den Schaumstoffball schnappen, nach vorne rennen und dann den direkten Torabschluss suchen.
Ein Unrechtsbewusstsein scheint aber vorhanden zu sein. Birgit Graalfs: Ein Spieler stand direkt vor dem Torwart, bevor im einfiel, dass er ja eigentlich den Wurfkreis nicht betreten darf. Da ist er zurück und hat dann geworfen.
In den Schulen gibt es aber mittlerweile eine intensivere Vorbereitung auf die Spielfeste als früher. Werfen und Fangen stand so nach den Worten von Marita Rohlfs bei der GS Harlinger Weg auf dem Stundenplan.
Noch bewusster geht Mariechen Decker von der Paul-Sillus-Schule die Sache an. Die Kinder haben mehr Spaß, wenn sie kleine Erfolgserlebnisse haben. Deswegen vermitteln wir ihnen im Vorfeld ein paar Regeln. Sonst wüssten sie wohl nicht, in welche Richtung sie rennen müssten.
Wie überhaupt bei der boßelnden Lehrerin auch ohne große Lautstärke Ordnung herrscht. Doch das hat Methode. Wer bei uns ein Bison oder Biber ist, klären wir im Vorfeld. Sonst würde Chaos ausbrechen. Die motorischen und sportlichen Unterschiede seien, so Decker, unabhängig davon sichtbar. Wer Fußball spielt oder eine andere Mannschaftssportart betreibt, ist schon zu sehen. Unter dem Strich ist es aber für alle eine schöne Art und Weise, erste Wettkampferfahrung zu sammeln.
Ähnliche Erfahrungen haben auch die HG-Verantwortlichen gemacht. Helge Harms: Die Kinder sind heute besser vorbereitet als früher. Und für uns ist es natürlich schön, wenn die Schule mitspielt. Denn wir erhoffen uns von diesen Angeboten natürlich auch, dass der eine oder andere neugierig wird und in unsere Anfängergruppen kommt.
Am 17. März findet in Jever ein Turnier für die 3. und 4. Klasse statt. In Schortens wird am 28. April ein Spielfest für Zweitklässler angeboten.
