Wilhelmshaven - Wilhelmshaven - Bisher sei es eher Zufall gewesen, ob und in welchem Rahmen historische Ereignisse in Erinnerung gerufen wurden, räumte Tanja Kwiatkowski , wissenschaftliche Leiterin des Küstenmuseums ein, als sich gestern die Arbeitsgemeinschaft Stadtforschung der Öffentlichkeit vorstellte.

Auf Betreiben der Wilhelmshaven Touristik undamp; Freizeit (WTF) haben sich Küstenmuseum, Stadtarchiv und Volkshochschule, inzwischen verstärkt von Marinemuseum, Wattenmeerhaus, Senckenberg-Institut, Christus- und Garnisonkirche und dem Verein für Wilhelmshavner Verkehrsgeschichte, zusammengeschlossen, um denkwürdige Daten ans Licht zu fördern.

Den Auftakt soll im kommenden Jahr die Erinnerung an die Sturmflut geben, die in der Katastrophennacht des 16. Februar 1962 ihren Höhepunkt fand. Wilhelmshaven sei zwar damals glimpflich davon gekommen, so Christina Heide (Volkshochschule). Gleichwohl werden Zeitzeugen gesucht, die Berichte, Fotos oder Filmmaterial von den Auswirkungen der Sturmflut an der Jade verdeutlichen. Zentraler Ansprechpartner ist Ulrich Räcker-Wellnitz vom Stadtarchiv, Tel. 16 14 43. Wie Sturmfluten entstehen und die Küste veränderten, darum könnte es in Vortragsveranstaltungen der VHS gehen.

Das Marinemuseum will Helmut Schmidt in den Blick nehmen, der sich in Hamburg erstmals als Krisenmanager einen Namen machte, aber auch die Rolle der Bundeswehr damals und später im wiedervereinigten Deutschland bei der Oderflut beleuchten. Das Senckenberg-Institut wird geologische Einblicke in die Bildung von Sturmfluten vermitteln und Fotos vom Nassauhafen zeigen. Das Wattenmeerhaus lockt mit Labor-Experimenten zu der Dynamik von Sturmfluten und ihrem Einfluss auf Tiere und Pflanzen und wird sein Kooperationsprojekt mit dem Küstenmuseum für Schulklassen auf Erwachsene ausdehnen.

Der historische Bus der Verkehrsgeschichtler bietet eine Stadtrundfahrt zu Flutmarken und Sturmflutkirchen als touristische Attraktion an. Und die Christus- und Garnisonkirche verlegt einen Passionspunkt in das vom Abbruch bedrohte Haus am Fliegerdeich 1, wo gestern auch das Programm vorgestellt wurde.