Wilhelmshaven - Die Stadtverwaltung sollte alle Senioren anschreiben und darin über das Anmelde-Prozedere für eine Corina-Schutzimpfung informieren. Wie berichtet hatte das Land erklärt, allen über 80-Jährigen einen solchen Brief zukommen zu lassen. „Das reicht aber nicht“, sagt Astrid Zaage, stellvertretende Kreisvorsitzende der CDU, im Gespräch mit der Redaktion.
Ihrer Meinung nach sollte allen über 65-Jährigen die Möglichkeit gegeben werden, per Taxi zum Impfzentrum an der Güterstraße gefahren zu werden – und zwar zu dem Bustarif, der für den Öffentlichen Personennahverkehr gilt. „Den Differenzbetrag könnte den Taxiunternehmen aus dem Corona-Sondertopf der Stadt erstattet werden, aus dem noch Gelder nicht abgerufen wurden.“
Eine weitere Möglichkeit zur Gegenfinanzierung wäre es laut Astrid Zaage, nach Paragraf 7 b des Niedersächsischen Nahverkehrsgesetzes von bis zu rund 279 000 Euro beim Land einzufordern, um damit Transporte zum Impfzentrum zu finanzieren. Dieser Betrag sei dafür vorgesehen, um Sonderfahrten oder -linien zu bezuschussen.
Dass sich alle Senioren Impfen lassen sollten, steht für Michael Kunze, Vorsitzender der Senioren-Union in der CDU, außerhalb jeder Diskussion. „Der vorerst einzige Lichtblick zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist die Impfung“, heißt es in einem Schreiben an alle Mitglieder. „Wir sind vom Alter her in der ersten Reihe der Impfzielgruppen. Jeder Nichtgeimpfte kann ein neuer Auslöser für eine Verbreitung sein“, schreibt Kunze.
Augenblicklich wollten sich 75 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, meint der Vorsitzende der Senioren-Union. „Das ist deutlich zu wenig.“
Heinz Reinecke, Vorsitzender des Kreisverbandes Wilhelmshaven der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), richtet sein Augenmerk auch noch auf die Pflegebedürftigen, die sich in ambulanter Pflege befinden.
In Wilhelmshaven dürfte es bis zu 200 Menschen geben, die mit Pflegegrad 4 oder 5 betreut werden müssen. Auch sie müssten ja zu einem Impfzentrum kommen können. Für eine Übernahme der Kosten für diese Fahrten müssten laut Reinecke auch die Krankenkassen mit ins Boot.
Zudem seien alle freiwilligen Wohlfahrtsverbände in der Stadt aufgerufen, in ihren Reihen nach Ehrenamtlichen zu suchen, die als Impf-Paten tätig werden und die Pflegebedürftigen begleiten könnten.
Derzeit werden über 80-Jährige in Alters- und Pflegeheimen von mobilen Teams geimpft.
