Wilhelmshaven - Weiter auf Aufstiegskurs bleibt der SV Wilhelmshaven II in der 2. Fußball-Kreisklasse. Mit Unterstützung aus dem Landesliga-Team kam die Mannschaft von Trainer Mohammad Atoui zu einem 3:2-Heimerfolg gegen den FSV Jever II.
Mit der Partie – der ersten der Rückrunde – verabschiedeten sich die Gäste in die Winterpause, während die Rüstersieler bis Mitte Dezember noch drei Nachholspiele bestreiten müssen und mit einer entsprechenden Punkteausbeute den TV Neuenburg an der Spitze ablösen würden.
Der Heimsieg der SVW-Reserve auf Kunstrasen im Sportpark war verdient. Das stellten nach Spielschluss beide Trainer fest. Bereits im ersten Durchgang hätte angesichts zahlreicher Chancen mehr herausspringen müssen als ein 1:1, für das die Wilhelmshavener im Alleingang sorgten. Zunächst traf Kapitän Andreas Lorer früh zum 1:0 (Atoui: „Ich bin froh, dass ich ihn habe. Er ist ein richtiger Knipser“), dann traf Zaradasht Abdelkarim nach einem Missverständnis mit Torhüter Marco Flügge ins eigene Tor.
Und es kam noch schlimmer aus Gastgebersicht: Aufsteiger Jever II, die das Hinspiel vor zwei Wochen mit 1:4 verloren hatten, ging nach einem Freistoß durch Leon Ihben, der vor der Saison vom HFC III gekommen war, mit 2:1 in Führung, nur sieben Minuten später war allerdings Lorer zum zweiten Mal zur Stelle. Im Anschluss schwächten sich die Gäste in einem echten Kampfspiel mit der ersten von zwei gelb-roten Karten selber. Es dauerte aber bis zur 84. Minute, ehe Tobias Heuer und damit einer aus dem Landesliga-Kader des SVW die Überzahl mit einem Schuss ins lange Eck zum 3:2 nutzte.
Lob gab es von SVW II-Trainer Atoui für den Gästeschlussmann. „An Eike Cassens haben wir uns lange die Zähne ausgebissen. Und gefallen hat mir, dass der FSV-Kapitän nach dem Spiel bei mir in der Kabine war, und sich für das eine oder andere harte Einsteigen in den beiden Spielen entschuldigt hat. Das war eine tolle Geste.“
Die Zeichen stehen ansonsten beim Landesliga-Unterbau ganz klar auf Aufstieg. Atoui: „Das erklärte Ziel ist es, die Mannschaft in die 1. Kreisklasse zu bringen. Dafür arbeite ich eng mit Florian Schmidt, dem Teammanager der Ersten, zusammen. Klar ist auch, dass wir das Team in der Winterpause vor allem in der Defensive verstärken werden. Drei Akteure trainieren bereits bei uns mit, sind aber noch nicht spielberechtigt.“
Beim Aufsteiger aus Jever ist Trainer Mark Pettenberg, der das Team in der zweiten Saison betreut, mit dem Abschneiden zufrieden. „Wir haben uns einen Platz in der oberen Tabellenhälfte zum Ziel gesetzt, und da sind wir auf einem guten Weg. Unser 30er-Kader hat genug Qualität, um auch eine Klasse höher zu bestehen. Auch der Zusammenhalt stimmt. Dass ich immer wieder Spieler aus dem Kader streichen muss, weil wir zu viele sind, wird ohne zu meckern akzeptiert.“
SVW II: Flügge – Nguessong, Khodr, Wippich (46. T. Mira), Atoui, Heuer, Osei, Lorer, Baydak, Abdelkarim, Essiz (46. M. Mira)
FSV Jever II: Cassens – Willms, Martinez (55. Pfeifer), Ihben, Höfer, Pilz, Kelterborn (62. Legatzki), Jabben, Baldo (70. Krause), Dörfel, Bruns
Tore: 1:0, 2:2 (5., 60.) Lorer, 1:1 (36.) Abdelkarim (ET), 1:2 (53.) Ihben, 3:2 (84.) Heuer
Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot für Jabben (Jever II/67.) und Bruns (Jever II/86.)
