WILHELMSHAVEN - Irrwitziges Tempo, tolle Spielzüge und zwei Mannschaften in Torlaune – die Partie der zweiten Handball-Bundesliga zwischen dem Wilhelmshavener HV und TuSEM Essen hatte am Sonnabend in der Nordfrost-Arena wirklich alles zu bieten, was den Handballsport ausmacht.
Schon in der Anfangsphase lief bei den Jadestädtern viel über die Achse René Drechsler und Steffen Köhler bzw. Moritz Barkow am Kreis. Die Essener agierten mit einem offensiven Mittelblock, der die Wege der Rückraumspieler Tobias Schwolow und jenem Drechsler einengen sollte. Dadurch ergaben sich allerdings Lücken im Rücken der Abwehr, die die Kreisläufer und auch der einlaufende Rechtsaußen Evgeny Vorontsov immer wieder zu nutzen wussten. Sie wurden nicht nur von Drechsler, der einen starken Tag erwischte, perfekt in Szene gesetzt, auch Aufbauspieler Oliver Köhrmann steckte den Ball mehr als einmal an den Kreis durch. TuSEM auf der Gegenseite ließ sich ebenfalls nicht lumpen. Ein Kempa-Trick in Unterzahl, den Srdjan Predragovic sicher verwandelte, verdiente sich den Sonderapplaus des Publikums. 15 Tore der Teams in den ersten zwölf Minuten, den Handballfans blieb ebenso wie den Akteuren auf dem Feld wenig Zeit zum Durchatmen. Die Gäste indes mussten bereits in der 14. Minute weitgehend auf ihren Spielmacher und Abwehrchef Michael Hegemann verzichten. Nach einmal Foul an Evgeny Vorontsov hatte er sich bereits die zweite Zeitstrafe eingehandelt und war akut rot-gefährdet. Die Unterzahl nutzten die Wilhelmshavener, um sich erstmalig auf zwei Tore abzusetzen. Die Schlüsselszene des Spiels sollte indes eine Einwechselung werden.
