Wilhelmshaven - Es sollte eigentlich ein Akustik-Cover-Projekt sein, sagt Keno Potthast, Sänger der Band This Void (zu deutsch: Diese Leere) aus Jever. Zusammen mit Daniel Möbes wollte er Lieder anderer Interpreten einstudieren, aber Daniel wollte lieber eigene Stücke spielen. So begann die Bandgeschichte, die nun ihren vorzeitigen Höhepunkt in der Aufnahme des ersten eigenen Albums findet.
Ende September 2010 gründeten Daniel und Keno ihre Band This Void, mit einem Durchschnittsalter von 20 Jahren. In den folgenden Herbstferien nahmen sie auch gleich ihren ersten Demosong, Holes and hopes auf. Dritter Mann in der Band war damals Lukas Ernst, der mittlerweile nicht mehr dabei ist. Die heutige Besetzung von This Void besteht aus Christian Lindemann (Schlagzeug), Daniel Möbes (Gitarre, Gesang), Keno Potthast (Gesang) und Maximilian Schlake (Bass).
In dieser Formation gibt es die Band seit Januar 2011. Der Umbruch vollzog sich nicht nur personell, sondern auch in der Musik, die deutlich dynamischer werden sollte. Die Band wollte mehr als nur Akustik spielen. Wir versuchen unsere Musik lebhaft zu gestalten, sagt Daniel Möbes. Deshalb verwenden sie Lautstärkewechsel und zweistimmigen Gesang in ihren Liedern. Auch Instrumentalteile seien eingebaut und mit dem Synthesizer, der elektrisch Töne erzeugt, gebe es ganz neue Möglichkeiten, Einfluss auf den Gesamtklang zu nehmen.
Natürlich gibt es zur Komposition auch einen passenden Text. Der stammt von Daniel und Keno. Beide schreiben ihre Texte aus dem Gefühl heraus. Während bei Daniel nicht immer auch ein persönliches Erlebnis dahinter steht, basieren Kenos Texte auf bestimmten Ereignissen, die aber nicht immer direkt erwähnt werden. Musikalische Vorbilder haben wir nicht, sagt Keno. Einflüsse gebe es dagegen schon, meint Daniel, aber diese würden nur unbewusst eintreten. Wir stehen nicht im Probenraum und sagen, an welcher Band wir uns orientieren wollen, so Keno.
Die Musik von This Void ist eine facettenreiche Mischung aus den Ideen aller Bandmitglieder. Mitunter sei es so, dass Keno und Daniel ein ruhiges Lied schreiben und durch die Einflüsse von Christian und Maximilian ein völlig neuer Klang für das Stück entsteht. Letztendlich dient all dies nur dazu, die Lieder zu perfektionieren, denn schließlich soll sich das Publikum dafür begeistern. Nach einigen erfolgreichen Auftritten in der Heimat, zum Beispiel im Fair Café in Grafschaft oder im Palazzo in Wilhelmshaven, sind die Bühnen in Jever und Umgebung für This Void zu klein geworden.
Wir wollen das Ganze größer aufziehen, sagt Keno. Die Band hat erste Kontakte in Hamburg geknüpft, wo Bandmitglied Daniel mittlerweile wohnt. Auch in Berlin, wo Christian studiert, hofft die Band auf einige Auftritte. Es ist offensichtlich, dass es dort ein größeres Publikum gibt. Ob es der Band die erhoffte Aufmerksamkeit schenkt, wird die Zukunft zeigen. Pläne hat This Void jedenfalls genug.
Im Moment sind die Jungs dabei zusammen mit ihrem Produzenten, Marc Müller, ihr erstes Album, mit dem Titel Seems were drifting aufzunehmen. Das Album soll elf Lieder enthalten. In ein Genre wollen die Jungs nicht so richtig passen. Sie spielen, was ihnen gefällt unabhängig von Genregrenzen. Der Titel des Album, ebenso wie der Bandname, This Void, beziehen sich auf die Gefühlslage der Band in ihrer Gründungsphase.
Die Jungs hatten das Abitur gerade vor, beziehungsweise hinter sich. Ihre Freunde zogen aus der Umgebung weg und die Zukunftspläne hatten auch noch keine konkreten Formen angenommen. Das Leben von Christian, Daniel, Keno und Maximilian war im Umbruch. Heute, fast ein Jahr später, ist die Welt der Band erneut im Umbruch. Die eine Hälfte widmet sich dem Studium in Berlin oder Hamburg, die andere Hälfte bleibt in Jever und Schortens.
Auch wenn es Zugverbindungen zwischen den einzelnen Städten gibt, dürfte es schwerer werden, sich regelmäßig zu treffen.Man kann den Jungs nur wünschen, dass sie die Entfernungen überwinden können, damit das, was als Akustik-Cover-Projekt beginnen sollte, noch lange erfolgreich weiter geht.
