Wilhelmshaven - Sie hören AC/DC, fahren Motorrad und besuchen auch schon mal die Ehefrau des Kollegen, während der noch im Büro sitzt. In einem aber sind Wilfried Carls (65), Manfred Rolke (63), Horst Abraham (67) und Alfred Bojungs (65) kaum zu schlagen - im Tischtennis.

Seit fast 33 Jahren - genau genommen seit dem 17. September 1979 - hat sich das Sander Quartett dem Spiel mit dem kleinen Zelluloidball verschrieben. Heute sind sie das Herzstück der 6. Mannschaft des TuS Sande und haben wieder einmal Grund zu feiern. Ungeschlagen (15 Siege, ein Remis) sicherte man sich die Meisterschaft in der 4. Kreisklasse und damit den Aufstieg. Neben Carls, Rolke, Abraham und Bojungs waren auch Günter Baldewig, Uwe Voß und Heinz Florner am Erfolg beteiligt.

Dass die Sander im Saisonverlauf viele deutlich jüngere Teams hinter sich ließen, ist für Mannschaftsführer Wilfried Carls keine Überraschung. Die Jungs sind einfach zu ungeduldig und meinen, sie könnten uns alte Daddys mal eben von der Platte fegen, sagt der 65-Jährige. Das ist gegen erfahrene Materialspieler wie Alfred und mich aber eben nicht so einfach.undquot;

Genau diese Erfahrung mussten die Sander im Herbst 1979 machen, als sie erstmals zu einem Punktspiel an die Tische traten. Ronald Bohlmann hatte die Männer zuvor bei verschiedenen Gelegenheiten eingesammelt und versucht, sie für den Tischtennis-Sport zu begeistern. Trotz intensiver Trainingseinheiten verlief die erste Spielzeit in der damaligen 3. Kreisliga ernüchternd: Zwei Remis waren die magere Ausbeute.

Beim ersten Spiel in Dangast flogen uns die Bälle nur so um die Ohren, erinnert sich Manfred Rolke noch heute an ein zügiges Auftaktmatch. Um 8 Uhr war Spielbeginn, um viertel vor neun saßen wir schon wieder in der Kabine. Entmutigen ließen sich die Männer aber nicht. Im Gegenteil: Akribisch feilten sie an ihrem Spiel und wurden 1992 belohnt: Als Meister stieg die TuS-Mannschaft vor 20 Jahren in die 1. Kreisliga auf.


Aber nicht nur in der Halle - auch außerhalb wuchsen die Männer in mehr als drei Jahrzehnten zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammen. Gemeinsame Kroatien-Urlaube - mal mit, mal ohne Ehefrauen - und eine ganze Reihe weiterer Festivitäten sind ein klarer Beleg dafür, dass die Sechste des TuS sich nicht nur an der Platte blendend versteht.

Wir sind alles Typen, die die Geselligkeit lieben, sagt Carls. Ich weiß zwar nicht, wer mich nach der Meisterfeier nach Hause gebracht hat. Aber auf meine Mannschaft kann ich mich immer verlassen. In der Tat behaupten die vier, sich in den zurückliegenden fast 33 Jahren nie ernsthaft gestritten zu haben. Ich kann mich an keinen Streit erinnern, sagt Alfred Bojungs.

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Carsten Conrads
Carsten Conrads Sportredaktion