Wilhelmshaven - Natalie Rukuschewitz (22) und Henriette Sturm (23) studieren Medienwirtschaft und Journalismus in Wilhelmshaven und haben sich in einem Podcast mit Sterben und Trauer auseinandergesetzt – und dabei Wichtiges für sich selbst erfahren.
Uns zwei verbindet, dass wir beide kaum Berührungspunkte mit den Themen Tod, Sterben und Trauer hatten. Mit neun weiteren Kommilitonen haben wir im Rahmen unseres Medienprojektes den Podcast „da-sein – digital nah sein“ ins Leben gerufen.
Ein Schwerpunkt unseres Medienprojektes ist es, Trauerthemen aus der Tabuzone zu holen und das haben wir uns als primäres Ziel gesetzt – sowohl für den Podcast, als auch für uns selbst. Denn für uns persönlich war das ein Grund, sich für dieses Projekt zu entscheiden. Auch wir wollen die Themen Tod und Trauer aus unserer eigenen Tabuzone holen, lernen offener mit diesen Inhalten umzugehen und aktiv für andere da zu sein.
„Wir können einfach da sein für Menschen – oft braucht es gar nicht viel“, erzählt uns Lucia (30 Jahre alt). Sie ist ehemalige Peer-Beraterin. In unserer Folge sprechen wir mit ihr und dem Peer-Berater Thies (24 Jahre alt) von „da-sein.de“. Sie erzählen uns, wie sie sich für das Ehrenamt entschieden und was sie in dieser Zeit gelernt und erlebt haben. Das Wort „Peer“, aus dem Englischen übersetzt, bedeutet gleichaltrig oder kollegial. Die Berater bei „da-sein.de“ begegnen als ehrenamtliche Mitglieder den jungen Trauernden auf Augenhöhe. Auf diese Weise können sie sich in die Alltagsherausforderungen der Jugendlichen besonders gut einfühlen und den Hilfesuchenden in schwierigen Situationen helfen. Auch wir möchten mit unserer jungen Stimme das junge Publikum ansprechen, ihm zuhören und für unsere Altersgenossen da sein.
In unserer Podcast-Folge beschreibt die ehemalige Peer-Beraterin Lucia das Ehrenamt als „gegenseitiges Geschenk“ und zeigt uns, dass Trauerthemen und die Arbeit bei „da-sein.de“ genauso traurige wie auch schöne Seiten haben kann. So wie wir mit unserem Podcast, so brechen auch die Berater bei „da-sein.de“ die Sprachlosigkeit, der man mit den Themen Tod und Sterben häufig begegnet. „Wer sich traut, über den Tod nachzudenken, der findet auch einen Weg, sein Leben zu überdenken und umzugestalten“ und das sei auch die Quelle für die Lebensfreude, die bei „da-sein.de“ erlebt werde, schlussfolgert Lucia.
Ihr habe das Ehrenamt sowohl privat als auch beruflich viel gebracht und „viel zurückgegeben“. Sie habe Dinge gelernt, „die man mit einem Zertifikat nicht bescheinigen kann“, die aber dennoch unersetzbar seien.
Lucia hat aus ihrer Zeit bei „da-sein.de“ mitgenommen, auch in schwierigen und traurigen Situationen auf die guten Dinge zu schauen, besonders in ihrem Beruf in der Medizin sei diese Art zu denken besonders wichtig, um nicht nur auf die Krankheit zu blicken. Peer-Berater Thies appelliert zudem an alle Menschen „den Mund aufzumachen“, denn nur so könne man aktiv helfen. Aus seiner Sicht ist es dabei auch gar nicht wichtig, unbedingt das Richtige zu sagen zu wollen.
Wir konnten sehr viel aus diesem schönen Gespräch mitnehmen und sind uns sicher, dass es unseren Zuhörern genauso gehen wird.
Diese dritte Folge ist auf der Seite von „da-sein.de“ und Spotify ab dem 12. Februar verfügbar. Dort sind auch alle anderen bisherigen Folgen zu finden. Parallel werden die jeweiligen Folgen vor ihrer Veröffentlichung hier in der „Wilhelmshavener Zeitung“ angekündigt und beleuchtet.
