Wilhelmshaven - Es ist der Traum eines jeden Judoka, einmal das Mutterland des Judos, nämlich Japan, kennenzulernen. Diesen Traum erfüllte sich jetzt der 68-jährige Erwin Tiemann. Der mit dem 6. Dan hochgraduierte Kampfsportler vom ASV Wilhelmshaven war Mitglied einer 25-köpfigen Gruppe, die eine vierzehntägige Trainingsreise in die berühmte Judouniversität Kodokan, Tokio, unternahm. Das ist der Nabel der Judowelt. Jeder Judoko träumt davon, hier einmal trainieren zu dürfen. Viele Nationen bereiten sich hier auf Weltmeisterschaften und Olympische Spiele vor, schwärmt Tiemann von den optimalen Trainingsbedingungen im Land der aufgehenden Sonne. Organisiert und begleitet wurde die Reise von Dieter Born aus Bonn. Born, selbst Inhaben des 5. Dan und beruflich als Übersetzer tätig, war für die Gruppe dank seiner japanischen Sprachkenntnisse der wichtigste Ansprechpartner während der Trainingsreise.
An jedem Tag standen zwei Trainingseinheiten auf dem Programm vormittags und nachmittags für jeweils zwei Stunden. Die deutsche Trainingsgruppe, allesamt mindestens Träger des Schwarzgurtes, wurde von hervorragenden Judolehrern, die teilweise Inhaber des 8. Dans waren, trainiert. Zur Erklärung: Ein Dan bezeichnet in vielen asiatischen Kampfkünsten einen Fortgeschrittenen- bzw. Meistergrad. Der 10. Dan ist die höchste Auszeichnung, die ein Judoka erreichen kann. Er wird allerdings nur sehr selten für ganz besondere Verdienste im Judosport verliehen.
Zurück zu Erwin Tiemann. Beeindruckt zeigte sich der Jadestädter von dem mehrstöckigen Trainingskomplex der Judouniversität Kodokan. Die Hallen waren absolut sauber. Nicht einen Staubkorn konnte man finden. Wenn man sich dann teilweise die Sporthallen hier in Wilhelmshaven anschaut ....
Eine Trainingseinheit absolvierte die deutsche Reisegruppe zusammen mit japanischen Judokas in einem anderem Club. Nach dem sportlichen Teil wurden wir zu einem Essen eingeladen. Erst dort erfuhren wir, dass die Trainingseinheit im Rahmen des 150. Jahrestages der deutsch-japanischen Freundschaft stattfand. Am Fest nahmen auch Dr. Cornelia Pieper, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, und die deutschen Botschafter teil.
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