Wilhelmshaven - Was passiert, wenn mäßig erfolgreiche Kunstmaler (Hitler), Priesterschüler (Stalin) oder Augenärzte (Syriens Staatschef Assad) zu viel Macht in die Hand bekommen, lässt sich im an Autokraten reichen 20. Jahrhundert ausführlich besichtigen.

Wenn man aber König Ubu von Alfred Jarry sieht, hat man den Eindruck, alle diese Diktatoren hätten es gelesen, sagt Landesbühnen-Dramaturg Peter Fliegel, es ist zum totlachen. Jetzt ist dazu Gelegenheit. Am Sonnabend bringt die Landesbühne einen Verschnitt aus zwei Dramen Jarrys unter dem Titel Ubu, König als neues Werk heraus. Die Uraufführung im Stadttheater beginnt um 20 Uhr.

Als Jarry 1896 seinen Ubu erstmals auf die Bühne schickte, lieferte er damit zumindest die Blaupause für das absurde Theater, das sich allen dramaturgischen Konventionen widersetzt, und den Anlass für einen handfesten Skandal. Was ist das aber auch für eine Geschichte von diesem anmaßenden Ubu, der - unterstützt von seiner Frau - beschließt, Polens König zu werden, der den regierenden Potentaten abmurkst, die Minister unschädlich macht und absurde Steuern erfindet.

Dann will er plötzlich Sklave sein, Ganz unten wie Wallraff, und zwingt auch dieses Schicksal seinen Zeitgenossen auf. Dass der russische Zar ihn als König vom Thron wirft, kommt da gerade recht.

Einen immensen Spaß an der Groteske erkennt Regisseur Ingo Putz dahinter.


Putz hat das Publikum der Landesbühne bereits mit Meta Norddeich begeistert. Auch diesmal kann er auf eine Live-Band und viel Musik zurückgreifen.