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Stadt Wilhelmshaven reagiert Umweltschützer kritisieren Blumen auf Klinikum-Kreiseln

Wilhelmshaven - – Narzissen und Tulpen standen in voller Blüte auf den neuen Kreiseln am Klinikum Wilhelmshaven und an der Jade Hochschule. Nett anzuschauen, aber von einigen Umweltschützern gab es Kritik. Der Vorwurf: Die monotone Bepflanzung sei nicht im Sinne des Natur- und Artenschutzes.

Die Stadtverwaltung indessen beruhigt: Blumen sollen erst der Anfang sein. „Sowohl das Klinikum für den Südkreisel als auch die Fachhochschule für den Nord-Kreisel werden und wollen sich noch für die dauerhafte Bepflanzung einbringen“, erklärt Julia Muth, Pressesprecherin der Stadt Wilhelmshaven.

Bei der Zwischenlösung sei es um kurzweilige Blühaspekte gegangen. Unter anderem wurden auch Blühwiesen eingesät – zudem lassen die zuständigen Technischen Betriebe Wilhelmshaven (TBW) den verblühten Zwiebelgewächsen freien Lauf.

Den Vorwurf, bei Bepflanzungen nicht auf Natur- und Artenschutz zu achten, will die Stadt so auch nicht stehen lassen. So finden sich Blühwiesen inzwischen an 20 ausgewählten Standorten in der Stadt – beispielsweise auf Verkehrsinseln oder Straßeneinmündungen. Mit einer Gesamtgröße von fast 6000 Quadratmetern. So blühen etwa Flächen unter anderem an der Kurt-Schumacher-Straße, der Ebkeriege und Siebethsburg auf. Dabei setzt TBW auf eine Mischung aus Blumen und Gräsern. „Der Blumenanteil liegt dabei in der Regel bei maximal 50 Prozent“, so Muth.

Die Mischung für die Blühstreifen macht es: Von den unterschiedlichen Blüten und gezielte Pflegemaßnahmen profitieren viele nützliche Insektenarten von Blühstreifen. Dieses habe auch positive Effekte auf umliegende Flächen: „Artenreiche und lange blühende mehrjährige Bestände dienen vom Frühjahr bis zum Herbst als Nahrungsquelle für verschiedenste Insektenarten“, erklärt Muth.


Das Nahrungsangebot während und außerhalb der Vegetationsperiode werde gesichert, typische und seltene Pflanzenarten sowie Ackerwildkräuter würden gefördert.

Die Stadt Wilhelmshaven setzt auf allen Flächen sogenanntes Regiosaatgut ein. „Die Wildpflanzen weisen in der Regel bestimmte genetische Anpassungen an ihre Region auf. So sind meist im Laufe der Zeit Anpassungen an die regionaltypischen Eigenheiten des Bodens, des Klimas oder anderer Umweltbedingungen entstanden“, erklären die Experten bei TBW. Die Mischungen sind artenreich, um möglichst lange und vielfältige Blüten zu gewährleisten und das Risiko, dass die Saat nicht aufgeht, zu verringern. Für möglichst große ökologische Effekte werde auf unterschiedliche Wuchshöhen, Pflanzenfamilien, Blühzeitpunkte und Blütenfarben geachtet.

Stephan Giesers
Stephan Giesers Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung
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