WILHELMSHAVEN - Um weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der maritimen Wirtschaft auszuloten, war die Leiterin der Industrie- und Handelskammer Nord in Brüssel, Dr. Mary Papaschinopoulou, bei der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV) zu Gast. Das Thema Europa werde aus Sicht vieler Unternehmen der maritimen Wirtschaft noch immer unterbewertet, so der Präsident der WHV, John H. Niemann. Das sei besonders erstaunlich, da inzwischen rund 80 Prozent der deutschen Gesetze ihren Ursprung in Brüssel hätten. „Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass mehr Transparenz und Mitwirkung der maritimen Wirtschaft bei der Entstehung von europäischen Richtlinien und Verordnungen möglich ist“, so Niemann.

Mit der Europarechtlerin Dr. Papaschinopoulou diskutierten Niemann und Heiner Holzhausen von der WHV, Dr. Michael Ahrens, Geschäftsführer der IHK Oldenburg sowie Vorstandsvorsitzender Heinrich Ahlers und Geschäftsführer Andreas Bullwinkel von „Seaports of Niedersachsen“ über konkrete Ansätze der Zusammenarbeit und noch größere Präsenz in Brüssel.

Im Mittelpunkt stand die künftige europäische Meerespolitik der EU. Die Sicherung der Verkehrsfunktionen der Schifffahrtswege und deren Ausbau gehörten zu den elementaren Interessen des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Einschränkung dieser Funktionen, etwa durch Ausweisung von weiteren Flora-Fauna-Habitat-Gebieten in Bundeswasserstraßen und die Ernennung des Wattenmeers zum Weltnaturerbe widerspreche sowohl den Verkehrsfunktionen der Wasserwege als auch der Notwendigkeit, wettbewerbsfähige Standortbedingungen für die maritime Wirtschaft in den Häfen sicherzustellen.

„Ziel muss es sein, die notwendigen wirtschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten in der Küstenregion zu erhalten, beziehungsweise zurückzugewinnen. Dazu gehört auch das Angehen der FFH-Problematik auf ehemaligen Industrieerweiterungsflächen“, so Niemann.