Wilhelmshaven - Es ist nicht bloß die mögliche Umbenennung der Straßen, die die Bürger in der Edertstraße und der Schumacherstraße in Upjever in Rage bringt. Die Bürgernähe und Mitbestimmung von Anwohnern fehlt uns, kritisiert Hans-Joachim Dinter im Gespräch mit der WZ das Vorgehen der Stadt Schortens. Sie hatte die geplante Informationsveranstaltung kürzlich verschoben. Hans-Joachim Dinter setzt sich mit seinen Nachbarn Eric Jonas, Angelika Kohlbus und Günter Jähde dafür ein, die Straßennamen zu behalten.
Gleichzeitig distanzieren sich die vier Anwohner von rechtem Gedankengut. Damit sollen sie nämlich seit der öffentlichen Debatte um die Straßennamen konfrontiert worden sein. Wie berichtet, plant die Stadt, die beiden Straßen umzubenennen, da sie nach Hermann Edert und Carl-Alfred Schumacher benannt wurden, die während der NS-Zeit als Kommodores auf dem Fliegerhorst Upjever tätig waren. Für die Gruppe war es zu viel, als Uwe Burgenger (Grüne) die Straßen als Schandfleck für Schortens betitelte. Edert und Schumacher haben keine Gräueltaten verübt, argumentiert Günter Jähde, der darauf hinweist, dass Schumacher nach dem Krieg für die CDU im Landtag saß und über Ederts Geschichte kaum etwas bekannt ist. Die Straßennamen seien keine Verherrlichung der Nazizeit, sondern ein Teil der Historie der Siedlung.
